• vom 18.07.2018, 19:47 Uhr

Kulturpolitik

Update: 18.07.2018, 19:52 Uhr

Klassik-Festivals

Eine neue Hoffnung




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Von Christoph Irrgeher

  • Das Kriegsbeil im Burgenland ist begraben: Esterházy-Chef Ottrubay über den Frieden mit der Politik und seine Pläne.

Das Spektakel kehrt zurück: 2015 zeigte der Steinbruch "Tosca", 2019 folgt "Die Zauberflöte". - © Tischler

Das Spektakel kehrt zurück: 2015 zeigte der Steinbruch "Tosca", 2019 folgt "Die Zauberflöte". © Tischler

"Straffer Zeitplan": Direktor Stefan Ottrubay.

"Straffer Zeitplan": Direktor Stefan Ottrubay.© Andreas Tischler "Straffer Zeitplan": Direktor Stefan Ottrubay.© Andreas Tischler

Eisenstadt. Der Titel wird noch für einige Scherze sorgen: "Krieg und Frieden" lautet das Motto des Festivals Herbstgold, das im September auf Schloss Esterházy stattfinden wird. Eine Überschrift, die freilich einem historischen Jubiläum gilt: dem Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Man könnte den Titel aber auch auf einen anderen Konflikt münzen. Zwölf Jahre haben sich die Esterházy Betriebe und das Land Burgenland nun befehdet, ihren Zwist in den Medien und vor Gericht ausgetragen.

Seit Februar herrscht jetzt aber Frieden zwischen der Politik und dem Grundbesitzer, dem im Bundesland 44.000 Hektar gehören und auch Kulturpilgerstätten wie das Schloss Esterházy oder der Römersteinbruch St. Margarethen. In einem überraschenden Schritt haben sich die Parteien auf eine Grundsatzvereinbarung verständigt. Eine erfreuliche Konsequenz: Nächsten Sommer wird der Römersteinbruch wieder mit einer Oper bespielt. Die Esterházy Betriebe hatten das Festival heuer aus Protest pausieren lassen: Man fühle sich von der Politik gegängelt und blockiert, hieß es im Vorjahr.


Wird der Burgfrieden im Burgenland nun aber von Dauer sein? Stefan Ottrubay, Generaldirektor der Esterházy Betriebe, ist guten Mutes, und er lobt vor allem einen Mann: Kulturlandesrat Hans Peter Doskozil. Dieser hat im Dezember den Platz von SPÖ-Kollege Helmut Bieler übernommen und Bewegung in den Zwist gebracht. Wobei er damit schon früher begonnen habe. Ottrubay: "Im vorigen Sommer, als Doskozil noch Verteidigungsminister war, hat er mich zu einem Gespräch eingeladen. Zwei Stunden konnte ich ihm die Grundlagen des Konflikts schildern." Als der SP-Mann dann in die Landesregierung übersiedelte (der er wohl bald vorstehen wird), gingen die Dinge schnell. "Wir haben am 3. Jänner zu verhandeln begonnen und schon am 20. Februar eine umfassende Vereinbarung erzielt." Zwar habe man den Gordischen Knoten damit noch nicht ganz durchschlagen. Aber: "Ungefähr die Hälfte der Arbeit ist erledigt", der Zeitplan sei "straff". Für jedes Problemthema sei ein Lösungsweg gefunden und auch schon beschritten worden. "Die Bremsen sind gelockert", sagt Ottrubay. "Wir können jetzt auf kurzem Weg mit den zuständigen Beamten sprechen. Uns wird nichts geschenkt, aber wir haben eine Gesprächsbasis."

Wie ein wucherndes Geschwür
Um den Grund für den pannonischen Zwist zu verstehen, muss man ins vorige Jahrhundert zurückblicken: 1969 hat Esterházy das gleichnamige Schloss an das Land verpachtet. 40 Jahre später fiel das Gebäude an den Besitzer zurück, der sich irritiert zeigte: Das Land habe seine Instandhaltungspflichten vernachlässigt. Esterházy zog vor Gericht, das Land zürnte, der Konflikt wuchs sich aus - und wucherte in der Folge wie ein Krebsgeschwür. Hässliche Metastasen bildeten sich. Etwa am Römersteinbruch. Esterházy betreibt das dortige Opernfestival seit 2014 in Eigenregie, begehrte deshalb Förderungen vom Land - wurde aber abgeschmettert. Der Grundherr zog daraufhin mit der Beschwerde vor Gericht, dass andere Veranstalter sehr wohl Subventionen bekämen: etwa die Seefestspiele Mörbisch mit Kulturlandesrat Bieler an der Spitze. Das Argument verfing: Die Gerichte sahen den Gleichheitsgrundsatz als verletzt an, Esterházy bekam eine Million Euro zugesprochen.

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Dokument erstellt am 2018-07-18 16:35:05
Letzte Änderung am 2018-07-18 19:52:53



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