• vom 24.07.2018, 15:58 Uhr

Kulturpolitik


Festival-Absage

Burgenland: Die Haydntage fallen heuer aus




  • Artikel
  • Lesenswert (5)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christoph Irrgeher


    Eisenstadt. 29 Jahre lang fanden die Haydntage jeden Spätsommer im Burgenland statt. Heuer werden sie pausieren - und die Zukunft ist ungewiss. Intendant Walter Reicher bestätigt dies auf Anfrage der "Wiener Zeitung". Die Landesregierung, bisher Unterstützer der Konzertreihe, sei auf Distanz gegangen. Helmut Bieler, Kulturlandesrat bis Dezember 2017, habe keinen Subventionsbeschluss mehr für die Zukunft getroffen, Nachfolger Hans Peter Doskozil (beide SPÖ) auch nichts entschieden. Reicher, Intendant seit 1988 und bis 2020 unter Vertrag, habe die heurige Ausgabe darum ausfallen lassen. An sich steht das Festival den Subventionstöpfen denkbar nah: Betreiber ist der Verein Burgenländische Haydnfestspiele, gegründet von der Stadt Eisenstadt und Land Burgenland.

    Hintergrund: Friedensschluss
    Grund für die Not ist seltsamerweise ein Friedensschluss. Das Burgenland hat seinen zählebigen Streit mit den Esterházy Betrieben heuer beigelegt. Der Zwist hatte auch die Haydntage erfasst. Das Festival bespielte jahrelang Schloss Esterházy, die zentrale Wirkungsstätte von Joseph Haydn. Die Esterházy Betriebe, Eigner des Baus, schmissen das Festival aber hinaus und gründeten hier 2017 ihre eigene Konzertreihe Herbstgold. Die Politik wollte nicht klein beigeben und unterstützte weiterhin unverdrossen ihr Festival, das auf diverse Spielorte auswich.


    Dieser Stellvertreterkrieg ist nun obsolet. Und: Für Landesrat Doskozil ist auch das Festhalten am bisherigen Festivalpartner kein Dogma mehr. Die Haydn-Pflege könne auch durch "Herbstgold" stattfinden, ließ er heuer durchblicken. Die Haydntage könnten damit gezählt sein. Herbstgold, das Festival für Klassik, Kulinarik, Jazz und Balkansound, findet heuer von 5. bis 16. September statt, Motto ist "Krieg und Frieden".




    Schlagwörter

    Festival-Absage, Burgenland

    Leserkommentare




    Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


    captcha Absenden

    * Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


    Dokumenten Information
    Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
    Dokument erstellt am 2018-07-24 16:08:18


    Beliebte Inhalte

    Meistgelesen
    1. Zank am Festspielgipfel
    2. Valery Tscheplanowa wird neue Buhlschaft
    3. Schweigen im Blätterwald
    4. Dero Hochwohllöblichkeit
    5. Die Maus ohne Eigenschaften
    Meistkommentiert
    1. Lang lebe Europa!
    2. Rene Benko steigt bei "Krone" und "Kurier" ein
    3. Kritik an finnischem Rechts-Metal-Konzert in Wiener Club
    4. Weißes Haus verteidigt sich mit Fake-Video
    5. Schweigen im Blätterwald

    Werbung




    Neo-Viennale-Chefin Eva Sangiorgi (links) mit der Regisseurin des Eröffnungsfilms Alice Rohrwacher

    Sozialdemokratische Kundgebung für das Frauenwahlrecht, Wien-Ottakring, 1913 Gruppenbild der Jury: Präsident Guillermo del Toro (4.v.l.) gewann im Vorjahr den Goldenen Löwen für "The Shape of Water". Ganz links Venedig-Chef Alberto Barbera im Gespräch mit Christoph Waltz, ganz rechts:Biennale-Präsident Paolo Barratta.

    Werbung für Die Single "Baby I Love You" im Magazin Billboard 1959. Romy Schneider wurde am 23. September 1938 als Rosemarie Magdalena Albach in Wien geboren. Die Schauspielerei ist ihr in die Wiege gelegt geworden: Ihre Eltern und sogar ihr Ururgroßvater waren Schauspieler. Ihren Künstlernamen verwendete sie kurz nach ihrer ersten Filmrolle in den 1950ern.


    Werbung