• vom 17.08.2018, 16:31 Uhr

Kulturpolitik

Update: 17.08.2018, 17:08 Uhr

Ruhrtriennale

Israelkritik oder Antisemitismus?




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  • Die Ruhrtriennale debattiert anhand der BDS-Kampagne die Freiheit der Kunst.

Für Befremden sorgte nicht zuletzt auch der Schlingerkurs von Triennale-Intendantin Stefanie Carp. - © Daniel Sadrowski/Ruhrtriennale 2018

Für Befremden sorgte nicht zuletzt auch der Schlingerkurs von Triennale-Intendantin Stefanie Carp. © Daniel Sadrowski/Ruhrtriennale 2018

Bochum. Eine kritische Ministerin, eine umstrittene Intendantin und zwei Israel-Boykott-Unterstützer: Das Podium der Ruhrtriennale-Diskussion um die "Freiheit der Künste" am heutigen Samstag wird alles andere als langweilig. Moderator ist Ex-Bundestagspräsident Lammert.

Podiumsdiskussion zu einem politisch heiklen Thema statt Konzert: Gut eine Woche nach Saisonstart diskutiert das renommierte Kulturfestival Ruhrtriennale an diesem Samstag auf offener Bühne über die "Freedom of Speech/Freiheit der Künste". Anlass ist die heftige Debatte um die Einladung der schottischen Pop-Band "Young Fathers", die die Israel-Boykott-Kampagne BDS (steht für "Boycott, Divestment and Sanctions") unterstützt.


Für Befremden sorgte nicht zuletzt auch der Schlingerkurs von Triennale-Intendantin Stefanie Carp, ehemals Schauspielchefin der Wiener Festwochen, die die Gruppe zum Festival erst ein-, dann aus- und zuletzt wieder eingeladen hat. Die Gruppe sagte dann schließlich von sich aus ab. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU), der enge Beziehungen zu Israel unterhält, will dem Festival nun komplett fernbleiben.

Die Kampagne "Boycott, Divestment and Sanctions" (Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen; BDS) setzt sich für einen Boykott Israels wegen der Palästinenserpolitik ein. Israel wirft der Bewegung vor, sie sei antisemitisch. Diese Ansicht teilen auch zahlreiche Journalisten und Autoren in Europa und den USA.

Unterschiedliche Perspektiven
Carp sagte im Vorfeld der Diskussion: "Ich bin der Meinung, dass wir die unterschiedlichen Perspektiven und Narrative zulassen müssen, da diese Offenheit das dramaturgische Credo unseres Programmes ist." Sie müsse daher "die Freiheit der Kunst verteidigen".

Diskutieren wollen Triennale-Intendantin Carp, NRW-Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen (parteilos) sowie Ex-Kulturminister und Triennale-Fördervereinsvorsitzender Michael Vesper. Auf dem Podium sitzen außerdem der belgische Choreograf Alain Platel und der US-Komponist Elliott Sharp. Platel und Sharp unterstützen nach Angaben von Carp im Kulturausschuss des Landtags die BDS-Kampagne.

Jüdische Verbände in Nordrhein-Westfalen kritisierten, dass kein Vertreter der jüdischen Gemeinschaft an dem Podium teilnehmen werde. Die israelische Botschaft in Berlin hatte nach eigenen Angaben eine Einladung abgelehnt. Man unterstütze zwar die Idee, verschiedene Friedenskonzepte, Ansätze und Wege zu diskutieren, auch mit Menschen, deren Meinung man nicht teile, sagte eine Sprecherin der "Rheinischen Post". "Wir werden jedoch nicht das Existenzrecht Israels diskutieren."




Schlagwörter

Ruhrtriennale, BDS, Israel

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Dokument erstellt am 2018-08-17 16:41:34
Letzte Änderung am 2018-08-17 17:08:22


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