• vom 12.09.2018, 16:50 Uhr

Kulturpolitik


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Mehr Geld für Kunst und Kultur




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  • Die Ausgaben sind laut Minister Gernot Blümel im letzten Jahr auf 435 Millionen Euro gestiegen. Von der Opposition erntet er trotzdem Kritik.

Minister Blümel präsentierte den Bericht. - © apa/Herbert Neubauer

Minister Blümel präsentierte den Bericht. © apa/Herbert Neubauer

Wien. Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) hat am Mittwoch seinen ersten Kunst- und Kulturbericht dem Ministerrat vorgelegt. Die Besonderheit: Fast alle Aktionen, die in dem Report vermerkt sind, fallen noch unter die Zuständigkeit seines Vorgängers Thomas Drozda (SPÖ). Unterm Strich gab der Bund im letzten Jahr mehr Geld für den Kunst- und Kulturbereich aus: Im Jahr 2017 wurden 435,1 Millionen Euro investiert. Das bedeutet ein Plus von 12,8 Millionen Euro oder drei Prozent gegenüber 2016, als 422,3 Millionen Euro aufgewendet wurden.

Grund für das Mehr an Ausgaben von 2016 auf 2017 ist die Erhöhung der Basisabgeltung für die Bundesmuseen. Sie haben auch mehr Geld für Investitionen bekommen (vor allem das Weltmuseum Wien und das Haus der Geschichte Österreich). Aber auch im Denkmalschutz und im Bereich der Kunstförderung, wo die Jahressubventionen zahlreicher Kunstinstitutionen und -vereine angepasst und Sonderprojekte durchgeführt wurden, gab es Mehrausgaben, wie es im Bericht heißt.


Museen profitieren
Die Förderausgaben im Bereich Kultur (in dem sich auch die Bundestheater sowie die Bundesmuseen finden) erhöhten sich von 334,5 Millionen Euro auf 344,8 Millionen Euro, was einem Plus von drei Prozent entspricht. Das meiste Geld bekam dabei der KHM-Museumsverband, der 2017 24,6 Millionen Euro erhielt (2016: 23,8 Millionen Euro. Eine Erhöhung gab es auch für das Mumok - Museum Moderner Kunst, das im Vorjahr 9,3 Millionen Euro erhielt (nach 8,78 Millionen im Jahr 2016), und das Technische Museum. Bei der Nationalbibliothek, der das Haus der Geschichte Österreich unterstellt ist, kletterte die Subvention von 23,2 Millionen Euro auf 25 Millionen. Insgesamt belaufen sich die Erhöhungen der Basisabgeltungen in den Bundesmuseen auf knapp vier Millionen Euro.

Kritik an "Nullbilanz"
Die Ausgaben im Bereich der Bundestheater stiegen von 155 Millionen Euro 2015/16 auf 156,32 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2016/17. Den meisten Zuwachs an Subventionen verzeichneten dabei das Burgtheater (von 46,4 Millionen Euro auf 48,36 Millionen Euro) und die Wiener Staatsoper (von 60,4 Millionen Euro auf 63,2 Millionen Euro). Deutlich weniger erhielt die Volksoper: Sie bekam 2016/17 39,8 Millionen Euro, 2015/16 waren es noch 43,2 Millionen Euro gewesen.

Die Mittel für Kunstförderung erhöhten sich um rund 2,5 Millionen Euro auf 90,3 Millionen Euro (2016: 87,8 Millionen Euro). Die höchste Förderung ging dabei an das Österreichische Filminstitut mit 20,4 Millionen Euro. Im Kapitel "Festspiele, Großveranstaltungen" finden sich dagegen die Salzburger Festspiele mit 6,4 Millionen.

Kurz vor der Präsentation des Berichts am Mittwoch gab es naturgemäß herbe Kritik von den Kultursprechern der Opposition. Sie bemängelten die Kulturpolitik der Regierung und die Amtsausübung von Kulturminister Gernot Blümel. Über die bisherige Arbeit könne man nur "eine Nullbilanz" ziehen, sagte Thomas Drozda (SPÖ). "Die Regierung ist an der Kultur völlig desinteressiert", legte Sepp Schellhorn (NEOS) nach. Österreich habe auch im Rahmen der EU-Ratspräsidentschaft zu wenig im Bereich Kultur unternommen. Laut einer Auswertung vom SPÖ-Parlamentsklub seien 1,8 Prozent der im Regierungsprogramm angeführten kulturpolitischen Vorhaben umgesetzt, ohne Einmal-Effekte wie Gedenkjahr und EU-Ratspräsidentschaft seien dies nur 0,7 Prozent.




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Dokument erstellt am 2018-09-12 17:00:19


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