• vom 25.11.2018, 15:22 Uhr

Kunst

Update: 25.11.2018, 15:28 Uhr

Museum

Die Wiese der Kunst




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Von Manuel Meyer

  • Der Prado begeht sein 200-Jahr-Jubiläum mit Sonderausstellungen und einer Erweiterung durch Star-Architekten Norman Foster.

Die Begegnung der nackten Majas: Goyas Original und Picassos Variation.

Die Begegnung der nackten Majas: Goyas Original und Picassos Variation.© Manuel Meyer Die Begegnung der nackten Majas: Goyas Original und Picassos Variation.© Manuel Meyer

Madrid. Goyas gespenstische "Schwarze Malereien", "Die Hoffräulein" von Diego Velázquez oder Hieronymus Boschs "Garten der Lüste": Das Madrider Museo del Prado ist ein Museum der Superlative. Mit rund 8600 Gemälden, Zeichnungen und fast 700 Skulpturen ist der Prado heute eines der größten und weltweit bedeutendsten Kunstmuseen. Auf 40.000 Quadratmetern zeigt es die Werke der großen spanischen Meister vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert, aber auch von Künstlern aus Ländern, die eng mit dem habsburgischen Spanien verbunden waren wie Italien, Flandern oder die Niederlande.

Murillo, Velázquez, El Greco, Tizian, Rubens, Dürer, Caravaggio, Rembrandt, Raffael - alle großen Namen der Kunstgeschichte sind im Prado mit ihren bekanntesten Werken vertreten. Doch darf ausgerechnet der vergleichsweise unbekannte spanische Porträtmaler Bernardo López Piquer mit seinem 1829 entstandenen Gemälde von Königin María Isabel de Braganza die Besucher der großen Eröffnungsausstellung zur 200-Jahr-Feier des Museums empfangen.


Wie der Prado der Prado wurde
"Es geht in dieser Sonderschau nicht darum, die wichtigsten Kunstwerke des Museums zu zeigen, welche die Prado-Besucher ja eh sehen können, sondern die Geschichte zu erklären, wie der Prado zu dem wurde, was er heute ist", erklärt Ausstellungs-Kurator Javier Portús. Und diese Geschichte fange nun einmal mit Königin María Isabel de Braganza (1797-1818) an.

Die begeisterte Kunstliebhaberin war es, die mit ihrem Mann König Ferdinand VII. die Idee hatte, die Kunstschätze der spanischen Krone erstmals einem großen Publikum zugänglich zu machen. Sie stellten sich eine Pinakothek nach dem Vorbild des kurz zuvor eröffneten Pariser Louvre vor, um der Welt die außerhalb Spaniens teilweise immer noch unbekannten spanischen Künstler zu zeigen. Es fehlte nur noch ein passendes Gebäude.

Das fanden sie schließlich im wenige Jahre zuvor errichteten Königlichen Museum der Naturwissenschaften, das umgebaut und am 19. November 1819 als "Königliches Museum der Malerei und Bildhauerei" im Prado de San Jerónimo neu eröffnet wurde. Was heuer das Madrider Zentrum ist, war damals wirklich noch ein "Prado", eine "Wiese", die "Wiese des Heiligen Hieronymus".

Genau 199 Jahre später, weihten König Felipe und Königin Letizia mit der großen Eröffnungsschau "Museo del Prado 1819-2019. Ein Ort der Erinnerung" das einjährige Jubiläumsprogramm ein. 168 Gemälde, dutzende Drucke, historische Fotografien, Filme, Plakate und sogar eine während des Spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) auf den Prado abgeworfene Granate zeigen bis 10. März die Geschichte des Museums. Von den Anfängen, der Aufnahme der Sammlung des "Dreifaltigkeitsmuseums" 1872 in den Prado, der Evakuierung von über 300 Gemälden während des Bürgerkriegs in die Schweiz und der symbolischen Ernennung des damals im Pariser Exil lebenden Pablo Picasso zum Prado-Direktor.

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Schlagwörter

Museum, Prado, Madrid

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-23 17:07:28
Letzte Änderung am 2018-11-25 15:28:27


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