Barocke Großmeister im KHM: "David mit dem Haupt des Goliath" von Caravaggio (um 1600). - © KHM
Barocke Großmeister im KHM: "David mit dem Haupt des Goliath" von Caravaggio (um 1600). - © KHM

Eigentlich ist 2019 das 500. Todesjahr Leonardo da Vincis, doch er wird nicht nach Wien kommen, allerdings gibt es vielleicht eine Begegnung der imperialen Schätze aus dem Kunsthistorischen Museum mit dem im Louvre von Abu Dhabi hängenden "Salvator Mundi". Im Blick voraus kann vor allem die Gegenüberstellung alter Meisterwerke des KHM mit 40 Gemälden Mark Rothkos ab
12. März als eine Sensation gelten, da es sich um die erste Personale in Österreich handelt.

Allgemein gibt es 2019 in Wien einen Schwerpunkt, der auch zur Eröffnung der neuen Landesgalerie in Krems auffällt: Künstlerinnen. Direktor Christian Bauer konnte Renate Bertlmann gewinnen, ihre Personale "Ich bin alles zugleich" zu kuratieren, sie startet schon im Mai, vor ihrem Biennalebeitrag in Venedig.

2019 steht im Zeichen
der Frauen

Kitsch und Ornament: "Night Cry" von Brad Davis (1979). - © Mumok
Kitsch und Ornament: "Night Cry" von Brad Davis (1979). - © Mumok

Rembrandts 350. Todestag nimmt zumindest das Kupferstichkabinett der Akademiegalerie im Theatermuseum zum Anlass für eine Präsentation seiner Druckgrafik ab 20. Juni. Das Gastspiel ist heuer Anlass für eine Kooperation beider Institutionen in Sachen Commedia dell’Arte ab 11. Mai unter dem Titel "Aus dem Stehgreif". Dazu nimmt man auch hier den Schwerpunkt Künstlerinnen auf: Dabei wird Anna Reisenbichler die wenigen Werke von Frauen in der Akademiegalerie mit ihren Stickarbeiten konfrontieren. Mit dem Bosch-Altar messen sich heuer auch drei Künstlerinnen: Maria Legat, Susanne Kühn und Agathe Pitié, unterbrochen von dem Iraner Ali Banisadr. Dazwischen geht ein Konvolut der holländischen Malerei im Sommer in die Residenzgalerie Salzburg.

Aus der Romantik kommt ab
4. Oktober Joseph Anton Koch mit Illustrationen zu Dantes "Göttlicher Komödie" zum Zug. Eine große Ausstellung von Künstlerinnen eröffnet das Belvedere schon am 24. Jänner. Sabine Fellner setzt sich in "Stadt der Frauen" mit Künstlerinnen in Wien von 1900 bis 1938 auseinander und ab Juni bekommt die Amerikanerin Kiki Smith eine Werkschau im Unteren Belvedere, im Herbst folgt Johanna Kandl mit ihren spannenden Konzeptfragen zum Malmaterial, und Monica Bonvicini wird ab Sommer das Belvedere 21 mit einer raumgreifenden Installation bespielen.

Davor ist Christian Ludwig Attersee mit "Feuerstelle" eine große Retrospektive gewidmet. In der Orangerie wird mit "Talking Heads" ein Dialog von elf Gegenwartskünstlern mit Franz Xaver Messerschmidt stattfinden.

Dazu eine erste Personale von Wolfgang Paalen nach 1990, der Konzeptkünstler Josef Bauer, neben Eva Grubinger und Junger Szene Wien. Das kleinere Format "Im Blick" wird sich im Oberen Belvedere neben Skulpturen Leopold Kieslingers Josef Ignaz Mildorfers Ölskizzen zu dessen 300. Geburtstag widmen.