Ist Österreich Russlands Pudel? "Über den Umgang mit Menschen I": allegorische Mischtechnik von Deborah Sengl. - © Galerie Reintaler
Ist Österreich Russlands Pudel? "Über den Umgang mit Menschen I": allegorische Mischtechnik von Deborah Sengl. - © Galerie Reintaler

Malen ist ganz natürlich

(cai) Harald Gangl malt keine Landschaften. Nicht? Und was ist dann auf seinen Bildern drauf? (In der Galerie Frey.) Viel Natur. Gewässer, Wiesen, Bäume und so. Also Landschaften? Ja. Was sonst?

Wohlgemerkt: Er malt sie nicht, die Landschaften. Nicht absichtlich zumindest. Überhaupt nix Gegenständliches. ("Man muss ned konkret werden. Weil die Farbe selbst ist schon konkret.") Und trotzdem kommt am Ende anscheinend immer wieder eine raus, eine Landschaft. Dabei trägt der gebürtige Klagenfurter (Jahrgang 1959) einfach nur Farbe auf. Einfach? Locker zehnfach! Oder noch mehr Schichten. Technik: Öl auf Molino. Aber das beschreibt nicht einmal annähernd, was er macht. Dass er mit einem ganzen Werkzeugkasten auf die Fläche losgeht. Pinsel, Gummiwalze . . . oder ohne Besteck. Mit bloßen Händen. Er streicht, reibt ein, wischt wieder was runter, walzt nieder, firnisst. Erzeugt Atmosphäre, Stürme, Hitze, winterliche Eiseskälte. Einer, der definitiv viel Farbgefühl hat. Das Licht schimmert geheimnisvoll durch Lasuren, Glutnester glühen im Nebel. In ein tiefes Blau kann man regelrecht abtauchen. In dem versinkt die Fantasie wie Atlantis im Meer. Nuancenreiche, diffuse Farbgefilde. Kontemplativ. Die durchwegs ihre jeweils eigene Stimmung haben. Eine grüne, blaue, orange, weiße. Und die pure Natur der Farbe weckt jede Menge Assoziationen an die Botanik.

Man kann jedenfalls beim besten Willen nicht nicht eine Landschaft erblicken. Meistens. Außer man ist blind. Oder fantasielos. Und das, obwohl es sich größtenteils um Hochformate handelt. Und Landschaftsbilder sind doch üblicherweise breiter als hoch, oder etwa nicht? Alles bloß Einbildung folglich? Gangl: "Wobei man nicht vergessen darf, dass jeder Gegenstand in der Malerei Illusion ist." Na ja, du bist, was du siehst.

Galerie Frey

(Gluckgasse 3)

Harald Gangl, bis 7. März

Mo. - Fr.: 11 - 18, Sa.: 11 - 16 Uhr

Menschen sind auch nur Viecher