Mathias Kollros, "Fly me to the moon" (2009). - © Karikaturmuseum
Mathias Kollros, "Fly me to the moon" (2009). - © Karikaturmuseum

Das Unterfangen könnte keinen besseren Zeitpunkt haben. Soeben feierte die SciFi-Romanlegende Perry Rhodan das Erscheinen seines sagenhaften 3000. Heftes und China hat erstmals der dunklen Seite des Mondes einen Besuch abgestattet. Und US-Präsident Donald Trump versprach der Nasa unlimitiertes Budget, wenn sie bis zur Wahl 2020 den Mars erreicht.

Während Letzteres naturgemäß Science Fiction bleiben muss, bildet "Der Wettlauf zum Mond" eine wunderbare Klammer für diese am Samstag eröffnete Ausstellung, die das gesamte Obergeschoß des Karikaturmuseums Krems umfasst. Neben klassischen Original-Karikaturen, beginnend mit den 20er Jahren, wirft man auch einen Blick auf die bislang sträflich vernachlässigte Arbeit der Illustratoren, wie etwa des legendären 1995 verstorbenen Johnny Bruck und auf seine Covers für Perry Rhodan. Viele Museen wollten die wertvollen Originale zum Jubiläum der am längsten laufenden Science-Fiction-Serie der Welt haben, aber Krems behielt die Nase vorne. Und so kann man sich bei einem Rundgang durch die locker gestellte Schau an dutzenden großformatigen Blättern des beeindruckenden Artworks erfreuen.

Für echte Fans des Weltraum-tausendsassas hat man zwei große in mühsamer Detailarbeit gebaute Modelle von Raumschiffen aus dem Perry-Versium ausgestellt. Ein projizierter Fan-Film, der die Faszination des Roman-Kosmos erstaunlich professionell darstellt, wartet ebenso darauf, in einer bequemen Ecke entdeckt zu werden.

Beeindruckend sind auch die großformatigen Blätter der Grazer Künstlerin Michaela Konrad, die im Stil der Sechziger Magazin-Covers der Gegenwart zeichnet. Themen aus der Gegenwart wie das Designerbaby oder immer ältere Mütter werden hier als eine Dystopie aus der Zukunft dargestellt, was zusammen mit der bekannt knalligen Gestaltung aus dem "Golden Age of Science Fiction" eine gleich mehrfache Verfremdung generiert. Auch hier hat man einen ganzen Zyklus dieser spannenden Arbeit zusammengetragen.

Die erste Maus auf dem Mond

Einen besonders üppigen Schwerpunkt widmet Kurator Gottfried Gusenbauer den "Austria Superheros (ASH)". Diese 2015 durch ein erfolgreiches Crowdfunding-Projekt entstandene Arbeit eines Künstlerkollektivs rund um Harald Havas zeigt echte österreichische Superhelden in Action. Etwa "Captain Austria", eigentlich im normalen Leben Student, der als Superheld über die Stadt wacht. Als es zu Überfällen auf junge Frauen kommt, will er den Vorfällen auf den Grund gehen und ortet einen Basilisken als Supervillain. Da kann nur das Donauweibchen, ebenfalls Superheldin, helfen. Weiters sind die üppige "Lady Heumarkt" und "der Bürokrat" - ein echter österreichischer Beamter, als Helden mit an Bord. Bislang 12 Ausgaben sind erschienen und erfreuen sich einer immer größeren Fanbasis. In Krems kann man sich sogar in einer Kulisse der Austrian Superheros fotografieren und ein Selfie machen.

Für die jungen Fans widmet sich ein Schwerpunkt dem Kinderbuchillustrator Toben Kuhlmann. In seinem atemberaubend schön gezeichneten Buch "Maus Armstrong" setzt sich eine kleine Maus in den Kopf, zu beweisen, dass der Mond nicht aus Käse besteht. Das Mäuschen schleicht sich in Uni-Vorlesungen, um zu lernen, wie man das macht, und beginnt, ein Raumfahrzeug zu bauen. Auch hier hat Krems die begehrten Illustrationen für die Schau erhalten. In einer Leseecke kann man die Abenteuer der Figuren Kuhlmanns nachlesen.

Es ist eine vielfältige Schau, die das Karikaturmuseum Krems auf die Beine gestellt hat. In einer begleitenden wissenschaftlichen Ebene erklärt Astronom und "Science Buster" Florian Freistetter wissenschaftliche Hintergründe zum Thema Science Fiction. Zusammen mit der erst vor drei Wochen neu eröffneten Deix-Ausstellung und der am 2. März eröffnenden Landesgalerie sind das drei Gründe, sich auf den Weg nach Krems zu machen. Oder mit dem Raumgleiter anzureisen.