Wien. Es folgt wie das Amen im Gebet. Erkundigt man sich bei zahlreichen Kunsthändlern und Galeristen nach dem Geschäftserfolg nach Abschluss unterschiedlicher Kunstmessen in Wien, offenbaren sich sehr oft traurige Realitäten. Man hat keinen Gewinn gemacht und ist nicht einmal kostendeckend ausgestiegen, bekommen Beobachter des Kunstmarkts zu hören. Im nächsten Jahr werde man es sich sehr genau überlegen, ob eine Teilnahme überhaupt Sinn macht und man es sich leisten kann. Als Ursachen für das schlechte Abschneiden werden immer die gleichen Gründe genannt: Die Umsatzzahlen des heimischen Kunstmarkts - im internationalen Vergleich - wachsen, trotz aller Stimuli, noch immer im Schneckentempo, entsprechen dem real existierenden Kunst- und Sammlermarkt bei weitem nicht, und deswegen erscheint das (Messe-)Angebot zu umfangreich und für potenzielle Sammler zu unübersichtlich.

Zu viele Parallelaktionen

Wie es sich an diesem Wochenende in Wien offensichtlich zeigt. Für Kunstinteressierte hat nicht nur die altgediente Wikam (schon seit einer Woche) in den Palais Niederösterreich und Ferstel, sondern auch die Art Vienna in der Hofburg ihre Pforten geöffnet. Wer unter Umständen zu seinen Bildern oder Skulpturen noch die passenden Möbel - oder umgekehrt - sucht, der findet bei der Messe Homedepot im wunderbaren Semperdepot mit Sicherheit exklusive Designerstücke.

Aber zurück zur Kunst: Es ist für langjährige Beobachter des Kunstmarkts erstaunlich, wie viele Kunstmessen sich im Lauf eines Jahres um die kleinen Budgets österreichischer Sammler konkurrieren. Und gerade dieser Tage fokussieren sich die Verkaufsbemühungen nicht auf internationales Publikum oder heimische Sammler mit internationaler Ausrichtung, denn die Zielgruppen flanieren derzeit über die flauschigen Teppichböden der Tefaf (The European Fine Art Fair) im niederländischen Maastricht. Zur heimischen Parallelaktion fügt sich noch die eher unglückliche zeitliche Programmierung der beiden Messen - gleichzeitig zur Tefaf und kaum drei Wochen vor der Art Austria und der österlichen Art & Antique in Salzburg.

"Ja, es hängt tatsächlich von Ostern ab", erwidert die Messechefin Alexandra Graski-Hoffmann auf Nachfrage, weswegen die Planung nicht besser optimiert wurde. Graski-Hoffmann zeichnet auch für die Messe in Salzburg verantwortlich und die Art Vienna ist das Sandwich-Kind zwischen Wiener Ballsaison (Hofburg als Austragungsort) und Ostern in während der Festspielzeit. Denn im Grundkonzept der Art Vienna war das Leopold Museum im Februar als Austragungsort vorgesehen.