Wien. "Schöne neue Werte" ist das Motto der heurigen Vienna Biennale. Das Kunstfest findet zum dritten Mal statt. Der Untertitel präzisiert: "Unsere Digitale Welt gestalten". Damit soll in Ausstellungen und einer Konferenz der Blick gelenkt werden "auf die Werte, auf deren Basis die Utopie einer ökonomisch und sozial gerechten sowie ökologisch nachhaltigen Zukunft Realität werden könnte".

Im Zentrum der Ausstellungen steht, wie MAK-Direktor und Biennale-Leiter Christoph Thun-Hohenstein bei der Pressekonferenz erläuterte, der Ruf nach "mutigen Visionen zum Umgang mit künstlicher Intelligenz und neuen Technologien, zur Gestaltung innovativer Arbeitsmodelle, neuen Formen des Zusammenlebens und verantwortungsvollem Konsum". Ausgerichtet wird die Vienna Biennale, die heuer in Vienna Biennale for Change umbenannt wurde, erneut vom MAK, der Kunsthalle Wien, dem Architekturzentrum Wien, der Universität für Angewandte Kunst und der Wirtschaftsagentur Wien sowie - erstmals - dem Slovak Design Center als Associate Partner und dem AIT Austrian Institute of Technology als außeruniversitärem Forschungspartner.

Im MAK wird die Ausstellung "Uncanny Values. Künstliche Intelligenz und Du" den Potenzialen der künstlicher Intelligenz auf den Grund gehen und zeigt multimediale Installationen von 18 internationalen Künstlern und Designern.

Die Kunsthalle widmet sich in "Hysterical Mining" den durch Technik erschaffenen Welten und der "Ausbildung lokaler und globaler Konfigurationen von Macht, Identitätsformen und Lebensweisen" aus feministischer Perspektive. "Change Was Our Only Chance" nennt sich das Projekt der Universität für angewandte Kunst, in der das Künstlerkollektiv "Time’s Up" im Angewandte Innovation Laboratory am Franz-Josefs-Kai 3 eine Welt im Jahr 2047 entwirft.

Die Rolle von Design "an den Schnittstellen zwischen Alltag, Gesellschaft, Digitalisierung und Klimawandel" thematisiert die Neuaufstellung des MAK Design Labors, das sich den Bereichen Mobilität, Energie und Ernährung widmen wird. Das Drängen der Menschen in die Städte verhandelt "Future Factory. Urbane Produktion neu denken" in der MAK Galerie.

In Bratislava realisiert das Slovak DesignCenter die Schau "Human by Design", in der Designer auf den Titel des gleichnamigen Buchs von Tony Fry Bezug nehmen. "Space and Experience" heißt schließlich die Ausstellung im MAK-Kunstblättersaal, die Architektur als "Ausdruck von sozialen und kulturellen Strukturen, Normen und Werten" verhandelt.

Im Architekturzentrum Wien findet die internationale Konferenz "Changing Values" statt, die sich den Fragen "unseres Umgangs mit Ressourcen widmet.

Die Vienna Biennale findet von 29. Mai bis 6. Oktober statt;
im Web: www.viennabiennale.org/