Mit dem Nationalmuseum hat das Golfemirat Katar in der Hauptstadt Doha ein aufsehenerregendes Gebäude des französischen Stararchitekten Jean Nouvel eröffnet. Inspiriert wurde er dabei von sogenannten Wüsten- oder Sandrosen, kristallinen Gebilden, die in Wüsten entstehen.

Das Gebäude erstreckt sich entlang der Küstenstraße Dohas. Das Dach besteht aus zahlreichen Elementen, die wie Scheiben aussehen und an Blätter erinnern. In insgesamt elf permanenten Ausstellungsräumen werden auf mehr als 40.000 Quadratmetern Exponate zur Geschichte des Wüstenemirats, aber auch zeitgenössische Kunstwerke gezeigt.

Die Baukosten sollen Berichten zufolge bei mehr als 400 Millionen Euro gelegen haben. Offizielle Angaben dazu gibt es jedoch nicht. Die Eröffnung verzögerte sich um mehr als zwei Jahre.

Das Museum zählt zur einer Reihe von hochkarätigen Bauwerken, mit denen Katar seine Hauptstadt ausbaut und auch für Besucher aus dem Ausland interessanter machen will. Internationales Renommee besitzen bereits das Museum für Islamische Kunst und das Arabische Museum für Moderne Kunst. Katar, dank seiner Gasvorräte eines der reichsten Länder der Welt, ist auch Gastgeber der Fußball-WM 2022.

Gezeigt wird in dem neuen Museum unter anderem ein Teppich aus dem 19. Jahrhundert, der mit 1,5 Millionen hochwertigen Perlen bestickt sowie mit Smaragden, Diamanten und Saphiren verziert wurde. Der französische Bildhauer Jean-Michel Othoniel hat für den Park des Museums eine Installation mit 114 Brunnen entworfen. Stararchitekt Nouvel hat auch den 2017 eröffneten Louvre Abu Dhabi entworfen.

(APA, National Museum of Qatar)