Mexico City. Eine Million Legosteine gegen das Vergessen: Der chinesische Künstler Ai Weiwei hat in Mexiko ein Kunstwerk vorgestellt, mit dem er an 43 seit dem Jahr 2014 verschwundene Studenten erinnern will. In der mexikanischen Hauptstadt präsentierte Ai am Donnerstag Lego-Porträts der Studenten, die auf dem Weg zu einem Protest verschleppt und vermutlich ermordet worden waren. Sein Werk nannte er "Reestablecer memorias", was so viel bedeutet wie "Erinnerungen wiederherstellen". Dafür setzte er aus rund einer Million Legosteinen bunte Porträts der Studenten im Pop-Art-Stil zusammen. Sie sind Teil einer neuen Ausstellung mit Werken des chinesischen Künstlers im Universitätsmuseum für Zeitgenössische Kunst.

Die 43 Studenten eines als links geltenden Lehrerseminars im südmexikanischen Ayotzinapa waren im September 2014 verschwunden, als sie zu einer Demonstration nach Mexiko-Stadt reisen wollten. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurde die Gruppe im Süden des Bundesstaates Guerrero von korrupten Polizisten verschleppt und an die Drogenbande Guerreros Unidos ausgeliefert. Bandenmitglieder sollen sie für Angehörige eines verfeindeten Kartells gehalten, auf einer Müllkippe ermordet und ihre Leichen verbrannt haben.

Unabhängige Experten der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte zweifeln an den Ergebnissen der offiziellen Ermittlungen.