Fassade und Fenster des Palais Ephrussi. Das Palais wurde international bekannt durch das Buch "Der Hase mt den Bernsteinaugen". Der englische Schritsteller Edmund de Waal beschreibt in dieser Familiengeschichte auch den Wiener Zweig der Ephrussis und ihr Palais. - © Gryffindor, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1007152
Fassade und Fenster des Palais Ephrussi. Das Palais wurde international bekannt durch das Buch "Der Hase mt den Bernsteinaugen". Der englische Schritsteller Edmund de Waal beschreibt in dieser Familiengeschichte auch den Wiener Zweig der Ephrussis und ihr Palais. - © Gryffindor, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1007152

Wien. Der Kunstrückgabebeirat hat die Restitution dreier Gemälde an die Erben von Viktor Ephrussi sowie von Gertrude Felsövanyi aus österreichischen Bundesmuseen beschlossen. Betroffen sind zwei Porträts von Ferdinand Georg Waldmüller aus dem Belvedere, sowie das Bild "Lagerszene aus dem Jahre 1848 in Italien" von Franz Adam aus dem Heeresgeschichtlichen Museum.

Die Erben der Familie Ephrussi, der während der NS-Diktatur sowohl das Palais samt seinen Sammlungen als auch das Bankhaus weggenommen wurde, erhalten das Franz-Adam-Gemälde zurück, weil sein Ankauf im Jahr 1950 in einem engen Zusammenhang mit einer Ausfuhrsperre durch das Bundesdenkmalamt erfolgte.


Link-Tipps
Die Beschlüsse sind im Wortlaut auf der Webseite der Kommission für Provenienzforschung unter www.provenienzforschung.gv.at wiedergegeben.
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Im Fall Felsövanyi revidierte der Beirat eine frühere Entscheidung. Die Porträts "Bildnis des Herrn Johann Werner" und "Bildnis der Frau Magdalena Werner" waren 1939 durch eine Bevollmächtigte der Besitzerin Gertrude Felsövanyi verkauft worden - allerdings in die eigene Tasche. Aufgrund des eindeutigen Zusammenhangs mit der Verfolgung Felsövanyis stufte der Beirat den Erwerb nun doch als "nichtiges Rechtsgeschäft" ein.

In Bezug auf fünf volkskundliche Objekte, die Paul bzw. Hermine Wittgenstein dem Museum für Volkskunde schenkten, sah der Beirat dagegen keine Entziehungen - auch wenn die Objekte, darunter ein Spinnrad, ein Fernrohr und eine Wanduhr, in Bundeseigentum wären, müssten sie demnach nicht zurückgegeben werden. (apa)