Salzburg. Es ist angerichtet: 40 renommierte Kunsthändler und Galerien aus Deutschland und Österreich haben bis Ostermontag ihre Zelte in der Festspielmetropole aufgeschlagen und präsentieren einen bemerkenswerten Überblick künstlerischen Schaffens und versierter Handwerkskunst von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst.

Ein Rundgang durch die
44. Ausgabe der Art & Antique in Salzburg zeigt einmal mehr,
dass für die unterschiedlichsten Präferenzen - und Budgets - etwas in diesem Osternest zu finden ist. Mit durchwegs hoher Qualität.

Koloman Moser ist
im Preis gestiegen

Bei Giese & Schweiger zieht das einzigartige, vielschichtige Porträt einer Obstverkäuferin von Anton Romako die Besucher unweigerlich in ihren Bann - eine fesselnde Arbeit zwischen Faszination und Irritation (125.000 Euro).

Bei Josef Schütz, der sich mitten in den Planungen eines eigenen Museums in Engelhartszell an der Donau, das 2021 eröffnet werden soll, befindet, beweist es sich einmal mehr, dass Koloman Moser in seinem malerischen Gestus mit den bedeutendsten Künstlern mithalten kann. Beim Verkaufspreis ist er auf jeden Fall schon am Zenit angekommen - ein Kleinformat bei Schütz kommt auf 280.000 Euro. Wessen budgetäre Möglichkeiten bei diesem Preis überstiegen werden, sollte sich bei der Galerie Kovacek umsehen. Hier findet man das überaus feine Kleinod "Schmetterling" (Öl auf Papier) von Koloman Moser um 8500 Euro.

Oder vielleicht doch eine Arbeit von Mosers Zeitgenossen Gustav Klimt? Kovacek hat mit der hinreißenden Zeichnung eines Mädchens ein weiteres verführerisches Asset im Portfolio (120.000 Euro). Bei Michael Kraut ist es die zutiefst berührende Arbeit "Wir sind nicht die Letzten" von Zoran Music (75.000 Euro), die die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich zieht.

Ein Hauptwerk Max Weilers steht zum Verkauf

An diesem Weiler kann niemand vorbeigehen: Wienerroither & Kohlbacher ist der Coup gelungen, das epochale, atemberaubende Werk "Oktober", das bereits einige Jahre im Bundeskanzleramt zu bewundern war, des Tiroler Künstlers für die Galerie zu bekommen (480.000 Euro).

Neben Max Weiler sorgen auch eine Skulptur von Franz West (120.000 Euro) und vor allem eine Arbeit von Rudolf Polanszky für Aufsehen beim Sammlerpublikum. Zieht man in Betracht,
wie stark Werke des Künstlers derzeit international nachgefragt sind, dann sind die von der Galerie veranschlagten 45.000 Euro für die Collage in Grün als ein relativ günstiges Angebot zu betrachten.

"Kleine" Wiederentdeckungen gibt es bei der Galerie Maier aus Innsbruck: Die großartigen, detaillierten wie flächigen Kleinformate von Theodor Prachensky, dem Bruder von Wilhelm Nicolaus und Onkel von Markus, werden zwischen 3800 und 4500 Euro angeboten. Wie der Architekt und Maler Theodor Prachensky zum Spezialisten für kleinformatige Arbeiten wurde? "Das lag vor allem an seinem Fortbewegungsmittel", erzählt Galeristin Mina Maier. "Er war immer mit dem Moped unterwegs und konnte daher keine großen Leinwände transportieren. Daher konzentrierte er sich auf diese dichten, intensiven Kleinformate!"

Diese Preziosen - wie viele andere - gilt es nun bei der Art & Antique zu finden und für sich zu entdecken.

Die 44. Art & Antique ist bis 22. April in der Salzburger Residenz zu sehen.

Im Web: www.artantique-residenz.at