Linz. Das Ars Electronica Center in Linz präsentiert sich mit "Compass - Navigating the Future" ganz neu und macht seinem Ruf als Museum der Zukunft alle Ehre. Das Parterre und die beiden Untergeschoße sind der Künstlichen Intelligenz (KI) gewidmet. "Maschinen und den Menschen verstehen lernen" kann man als Klammer nehmen, um die verschiedenen, sehenswerten Teile zusammenzufassen.

Ars-Electronica-Leiter Gerfried Stocker führte durch die ersten neuen Bereiche - die oberen Stockwerke folgen am 24. Juni -, die von der Stadt mit 2,5 Millionen Euro und der Ars Electronica mit 1,5 Millionen Euro finanziert wurden. "Das größte Kulturinvestment des Jahres strahlt aus, welchen Stellenwert die Ars Electronica für die Stadt hat", betonte Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP). "Wir sind eine Industriestadt und gut beraten, uns mit den Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz auseinanderzusetzen", sah Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ) die Notwendigkeit eines gesellschaftlichen Prozesses. (apa)


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"KI den Menschen näher bringen"

"Es gibt weltweit keine vergleichbare Ausstellung, die KI den Menschen näher bringen will", strich Stocker die Einzigartigkeit der Schau hervor. Sie werde sich ständig erneuern, will die Besucher KI-fit machen und soll ihnen auch die Augen öffnen. Denn der Klimawandel sollte uns mehr Kopfzerbrechen bereiten als der Gedanke, ob eine künstliche Intelligenz in 50 oder 100 Jahren mehr könne als wir, meinte Stocker. Anhand eines Modells vom Großglockner sieht man die fortschreitende Gletscherschmelze. "Wir sind stark der Meinung, dass wir die Herausforderungen des Klimawandels ohne Technik nicht schaffen, wir werden Technik einsetzen, um unseren Planeten und unsere Existenz zu retten", betonte Stocker. Dementsprechend hat im Citizen Lab, die "Fridays for Future"-Bewegung Platz und gab es ein Statement teilnehmender Schüler bei der Eröffnung am Abend.

Im Erdgeschoß verdeutlichen sieben Tafeln, wie gut KI bereits Texte verfassen kann, wenn sie einen Eingangssatz von Menschen geliefert bekommt. Die Software habe sich aus acht Millionen Webseiten selbst trainiert, 1,5 Milliarden Parameter herausgefunden, mit denen sie in der Lage ist, Texte zu schreiben, allerdings auch - aufgrund einer falschen Ausgangsfeststellung - für eine unrichtige Sache argumentieren kann, im gezeigten Fall, warum Recycling schlecht ist. Die entscheidende Frage sei, "was bedeutet diese Entwicklung für uns als Menschen, für unser Selbstverständnis?", fachte Stocker den Diskurs an.