Wien. (irr) Erst sträubt er sich gegen die Idee, nun nennt er es ein "Herzensprojekt": Im Sommer werden Sprayer und Skateboarder im Wien Museum Einzug halten, gab Direktor Matti Bunzl am Donnerstag bekannt. Möglich wird dies durch den Umbau des Hauses. Derzeit werden noch Sammlungsbestände ausgeräumt, im Herbst sollen weitere Schritte folgen. Dazwischen aber - genauer gesagt von 5. Juli bis 1. September - wird das Gebäude von Street-Art-Künstlern bespielt und zudem ein Skateboard-Areal im Erdgeschoß aufgebaut. Das Museum ist in diesem Zeitraum bei freiem Eintritt zugänglich.

Die Sprüh-Artisten, überwiegend aus Wien, werden den Wänden des Hauses einen unverhofft bunten Anstrich verpassen. Die mehr als 30 Sprayer zeichnen sich durch unterschiedliche Stile aus, das Spektrum reicht von trashigen Elaboraten, wie man sie von der Wiener Schnellbahnstrecke kennt, bis zu grafisch-ästhetischen Ansätzen. Wie es aus dem Haus heißt, wurden auch einige Wandbesprüher eingeladen, die sich sonst gern auf verbotenem Terrain betätigen.

Werke werden zerstört

Die Street Art im Wien Museum ist freilich nicht für die Ewigkeit gedacht, sondern wird nach Ende der Schau vernichtet; nur die Keramikarbeit einer Künstlerin namens Chinagirl hat längere Lebensaussichten. Direktor Bunzl betont, dass die Aktion mit dem Bundesdenkmalamt abgesprochen ist und keine wichtigen, originalen Teile von Oswald Haerdtls Architektur betrifft.

Im Herbst werden die archäologischen Vorarbeiten für das Bauprojekt starten, danach soll die sogenannte Entkernung des Gebäudes vonstattengehen. Falls "alles gut läuft", würde der tatsächliche Umbau - eine Aufstockung um zwei Etagen - im Frühsommer 2020 beginnen. Die Wiedereröffnung wird derzeit für das Jahr 2023 angepeilt.