Außerdem scheinen die Zeiten passé, als Akquisitionen und Auktionserfolge lautstark medial verlautbart werden. Erfolge, als etwa Sotheby’s 2012 mit dem Erlös des "Schreis" von Edvard Munch weit über der 110 Millionen Dollar-Grenze zu liegen kam. Bis hin zu der bizarren Versteigerung im vergangenen Jahr, als das Bild "Girl with Balloon" des Graffiti-Künstlers Banksy bei 1,2 Millionen US-Dollar den Zuschlag erhielt, um unmittelbar nach Hammerschlag mittels eines eingebauten Mechanismus teilweise geschreddert zu werden. Die Käuferin hat das Werk trotzdem genommen. Ein inszeniertes Spektakel, denn niemand würde mehr von Experten eines Auktionshauses ernsthaft geprüfte, kontrollierte und abgezeichnete Arbeiten ersteigern, wenn das damit passiert.

Ohne grelle Öffentlichkeit

Die peinlichen und abschreckenden Vorkommnisse rund um den Rekordverkauf der Leonardo da Vinci-Arbeit "Salvator Mundi" (450 Millionen US-Dollar) werden als entscheidender Auslöser betrachtet, dass Auktionshäuser nun noch massiver danach trachten, ihre wichtigsten Verkäufer und Sammler vor dem grellen Licht der Öffentlichkeit - und mancher Steuerbehörden - zu bewahren. Es ist ein Trend der Zeit, sehr exklusive Auktionen und Vorbereitungen verstärkt in den Hinterzimmern der Unternehmen abzuwickeln. Was bei den sogenannten "Private Sales" seit längerem passiert. So bleiben beim Verkauf von Sotheby’s zwei entscheidende Faktoren: Auf der einen Seite besteht für das Unternehmen die Möglichkeit, sich langfristige Strategien und Ziele zu überlegen, ohne alle drei Monate Rechenschaft über die Rentabilität zu legen. Auf der anderen Seite verstärkt der Verkauf weiter die Intransparenz des globalen Kunstmarkts.