Schon im Vorfeld galt er als Favorit, nun ist es offiziell: Alfred Weidinger wird der nächste wissenschaftliche Leiter des Oberösterreichischen Landesmuseums. Landeshauptmann Thomas Stelzer hat Weidinger, derzeit Chef des Museums der Bildenden Künste Leipzig, am Freitag als designierten Chef präsentiert.

Eine Begutachtungskommission hat den 58-jährigen Oberösterreicher an die erste Stelle gereiht, er wird sein Amt im März 2020 antreten. Bis dahin versichert er: "Ich werde meinen Vertrag in Leipzig zu 100 Prozent erfüllen. Es ist nicht meine Art, jemanden hängen zu lassen." Der Übertitel für sein Direktorium in Linz sei "Es geht um die Zukunft", sagte Weidinger am Freitag. Vor 15 Jahren hätte er die Aufgabe, ein Universalmuseum wie in Oberösterreich zu leiten, nicht angenommen. Aber die Situation habe sich verändert, die Zeit der klassischen Kunstmuseen sei vorbei. Weidinger wolle das Universalmuseum zu einem Museum der Zukunft machen und es "dorthin führen, wo es hingehört: ins 21. Jahrhundert" – interdisziplinär, weltoffen, demokratisch, partizipativ. Es solle ein Erlebnis bieten und zu einem Museum für alle Generationen werden, nicht nur für Pensionisten oder bestimmte Zielgruppen.

Alfred Weidinger wurde 1961 in Oberösterreich, Schwanenstadt, geboren und ist in Seewalchen am Attersee aufgewachsen. Er studierte Kunstgeschichte und klassische Archäologie an der Universität Salzburg, wo er 1997 promovierte. Bereits während des Studiums erstellte er im Auftrag der Albertina und des Wissenschaftsministeriums Werkkataloge zu den Arbeiten von Oskar Kokoschka und Gustav Klimt. Ab 1994 wurde er Kurator für die Kunst des 20. Jahrhunderts in der Albertina und verwirklichte zahlreiche internationale Ausstellungsprojekte, 2000 stieg er zum Vizedirektor auf. Ab 2007 arbeitete er in dieser Funktion für das Belvedere. Im Sommer 2017 wechselte er als Direktor in das Museum der bildenden Künste Leipzig, das er schon in ein "Haus für alle Generationen" umprogrammiert habe – heuer sollen sich dort die Besucherzahlen nahezu verdoppeln.