Johanna Chromik. - © N. Havranek
Johanna Chromik. - © N. Havranek

Die einzige international relevante Messe für zeitgenössische Kunst in Österreich blickt auf eine abwechslungsreiche Geschichte zurück: Neben Namens-, Struktur- und Personaländerungen waren es häufig die aufreibenden Diskussionen mit Galerien, Kulturinstitutionen und Sponsoren, doch gemeinsam für die notwendige Weiterentwicklung des zeitgenössischen Kunststandort Wien an einem Strang zu ziehen. Die beiden letzten, durchwegs erfolgreichen Ausgaben der Messe vermittelten sowohl Sammlern als auch Fachpublikum den Eindruck, diesbezüglich gut voranzukommen. Dann nahm vergangenes Jahr Leiterin Christina Steinbrecher etwas überraschend ihren (Designer-)Hut und zahlreiche Galeristen beäugten skeptisch Messeeigentümer Dmitry Aksenovs intensiver werdende - auch finanzielle - Zuneigung zur klassischen Musik.

Seit Januar ist nun Johanna Chromik die künstlerische Leiterin der Viennacontemporary. Die gebürtige Polin kann auf eine beeindruckende Karriere im internationalen Kunsthandel verweisen. Ihre Stationen führten die in Deutschland aufgewachsene Chromik von der Galerie Eigen+Art in Berlin/Leipzig über die Pace Gallery in New York wieder zurück nach Berlin zu den Galerien Johann König und KOW. Vor ihrem Amtsantritt in Wien war sie die Programm-Managerin des "Salon Berlin" des privaten Museums Frieder Burda. Die "Wiener Zeitung" sprach mit ihr über die Positionierung der Messe, ihre geplanten Modifizierungen, die Wiener Kunstszene und den Erfolg einer Messe.

Licht auf die Kunst: die Marxhalle als angenehmer Kunstkauf-Ort. - © Viennacontemporary
Licht auf die Kunst: die Marxhalle als angenehmer Kunstkauf-Ort. - © Viennacontemporary

"Wiener Zeitung": Mit Blick auf den überbordenden internationalen Messekalender: Womit sticht die Viennacontemporary besonders hervor? Was ist ihr Alleinstellungsmerkmal?

Johanna Chromik: Vor allem ihre Spezialisierung - ihr dezidierter Fokus auf Zentral- und Osteuropa. Da gibt es noch sehr viel zu entdecken und es ist weiterhin ein starkes Merkmal. Wir werden das auch weiterhin vorrangig kommunizieren. Weiters die Verankerung in Wien, mit den Galerien, Institutionen und der starken Unterstützung der hiesigen Szene. Das Gesamtpaket mit Kunstmesse, dem anerkannten Galerien-Projekt "curated by", den bemerkenswerten Ausstellungen und Sonderpräsentationen in Institutionen erzeugt international starke Sogwirkung. Auch für mich war es immer wieder sehr verlockend im September ein verlängertes Wochenende in Wien zu verbringen.

Sie kennen die Messe auch als Ausstellerin mit der Galerie KOW. Wie haben Sie sie von Aussteller-Seite erlebt?

Sehr angenehm, ein professionelles Team und ein besonderer Ort. Die Hallen sind luftig, großzügig, mit Tageslicht - nicht unwesentlich, wenn man als Aussteller hier Tage verbringt. Und es war überraschend unkompliziert, mit Sammlern und Fachpublikum ins Gespräch zu kommen.