Giovanni Castell: Stromboli, 2018 - © Galerie Andreas Binder
Giovanni Castell: Stromboli, 2018 - © Galerie Andreas Binder

Zeitgenössische Kunst konzentriert auf einem Fleck, Wiens Galerieszene kennenlernen, Highlights zahlreicher kooperierender Museen und Kulturinstitutionen genießen – Johanna Chromik, künstlerische Leiterin der Kunstmesse, bringt es auf den Punkt: "Wien ist die Bühne, ihre Protagonisten – die Galeristen unterschiedlicher Generationen, die Museen mit ihren Schätzen und die Kunstexperten – sind das Herz der Messe."

Neue Formate, Sonderschauen und Talks
In den Sonderschauen der ZONE1 wird die Kunsthistorikerin, Kuratorin und Autorin Fiona Liewehr Positionen junger Künstler präsentieren, die durch ihre Ausbildung, Arbeit oder Herkunft einen Lokalbezug zu Österreich haben. Teilnehmer sind unter anderem Thomas Geiger/SPERLING, Eva Kotatkova/hunt kastner, Stefan Reiterer/Galerie CRONE oder Titania Seidl/Raum mit Licht.

Für das neue Format Explorations konnte der Kunsthistoriker und Chefkurator des Belvedere Museums, Harald Krejci, gewonnen werden, der anhand ausgewählter Werke, die zwischen 1945 und 1980 entstanden sind, unseren heutigen Blick auf künstlerische Annäherungen an die "Zustände der Welt" thematisiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Künstlern, die auf die massiven politischen und sozialen Veränderungen nach dem Zweiten Weltkrieg reagierten und mittels Methoden der Psychologie, Naturwissenschaften und Linguistik versuchten, die Zustände nicht nur abzubilden, sondern zu "erspüren".

Die diesjährige Sektion Focus dreht sich um die Frage: "Was versteht man unter einem Staat, der nicht auf Territorium basiert, sondern auf Zeit?" Anhand des Phänomens "NSK State in Time" hinterfragt Kurator Tevž Logar die Vorstellung, dass Kunst im Bereich des Nationalstaates repräsentiert wird. Als konzeptuelles Kunstprojekt 1992 von einer Gruppe um die Bewegung der "Neuen Slowenischen Kunst" (NSK) als Reaktion auf die politischen Umwälzungen in Jugoslawien gegründet, ist der terrritoriumslose "NSK State in Time" heute die virtuelle Heimat von über 15.000 Bürgern weltweit. Der Staat bietet den Bürgern Mitwirkungsrechte, wie etwa die Ausarbeitung einer eigenen Verfassung, Währung, eines Bildungssystems oder einer Volkskultur.

Next? ist eine Reihe von Gesprächen und Diskussionen, die aktuelle Kunstwelten als Ausgangspunkt nehmen und in die Zukunft der Kunst blicken. Die Kritikerin und Journalistin Kimberly Bradley versammelt Künstler, internationale Sammler, Museumsdirektoren, Galeristen, Kunstkritiker und Kuratoren, um über die Möglichkeiten der Kunst zu spekulieren.