Proportionsschema der menschlichen Gestalt von Vitruv. - © Wikipedia/Luc Viatour
Proportionsschema der menschlichen Gestalt von Vitruv. - © Wikipedia/Luc Viatour

Venedig. Ein Verwaltungsgericht in Venedig suspendiert vorerst die für Feierlichkeiten anlässlich des 500. Todestags von Leonardo da Vinci geplante Leihgabe des "Vitruvianischen Menschen" an den Louvre. Das Gericht nahm einen entsprechenden Antrag des Kulturschutzverbands Italia Nostra an, der sich dagegen wehrte, dass die berühmte Zeichnung Leonardos nach Frankreich zieht.

Das Verwaltungsgericht wird erst am 16. Oktober einen endgültigen Beschluss bezüglich der Leihgabe fällen. Erst am 24. September hatten sich der italienische Kulturminister Dario Franceschini mit seinem französischen Amtskollegen Franck Riester auf die Leihgabe geeinigt.

 

Feierlichkeiten zum 500. Todestag

Angesichts der Feierlichkeiten anlässlich des 500. Todestags von Leonardo da Vinci hätte "Der Vitruvianische Mensch" acht Monate lang dem Louvre geliehen werden sollen. Die Zeichnung Leonardos, die auf Italiens Ein-Euro-Münzen zu sehen ist, hätte im Louvre im Rahmen einer Ausstellung gezeigt werden sollen, die am 24. Oktober eröffnet wird. Dafür hätte Italien einige im Louvre ausgestellte Raffael-Werke erhalten sollen, die ab März 2020 im Ausstellungskomplex "Scuderie del Quirinale" in Rom gezeigt werden sollen.

Der Renaissance-Künstler Leonardo da Vinci ist am 2. Mai 1519 in Frankreich gestorben. Im Mai hatten Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und der italienische Präsident Sergio Mattarella bei einer Zeremonie zum Todestag die Freundschaft beider Länder beschworen. (apa)