New York/Wien. Nicht jeder hat das Glück, einen Picasso zum Geburtstag geschenkt zu bekommen, aber zum 150-jährigen Bestehen des Metropolitan Museum gab es Kunstgeschenke aus aller Welt, die zum Teil ab Herbst in New York zu sehen sind. "Viele Wände in Privathäusern auf der ganzen Welt sind jetzt leer - zum Wohle dieses Museums", scherzte der österreichische Met-Direktor Max Hollein vor Journalisten.

Nach einem Bankett in einem Pariser Restaurant im Jahr 1866, hielt der Großneffe des berühmten Verfassungsjuristen John Jay vor einer Gruppe amerikanischer Geschäftsleute eine Rede. Nach dem Vorbild des Louvre wollte er ein Museum schaffen, das der amerikanischen Bevölkerung sowohl die Kunst als auch Kunsterziehung in einer "nationalen Institution" näher bringen sollte. Am 13. April 1870 wurde schließlich das Metropolitan Museum of Art gegründet, dessen Hauptgebäude heute wie eine mächtige Schatzkiste auf der Upper East Side thront. Es ist das größte Kunstmuseum in New York City und besitzt eine der bedeutendsten kunsthistorischen Sammlungen der Welt.

"Eine Idee, aber noch ohne Kunst"

"Vor 150 Jahren begann es mit ein paar Leuten und einer Idee, aber ohne Kunst", sagte der in Wien geborene Hollein, "und jetzt hat das Met mehr als 2.000 Mitarbeiter, über 1,5 Millionen Objekte aus der ganzen Welt, und über 7 Millionen Besucher in diesem Jahr". "Mit dieser Aufmerksamkeit geht eine große Verantwortung einher", fuhr er fort und appellierte an den gesellschaftlichen Auftrag der Institution. "In einer Zeit, in der Nationalismus und politische Polarisierung zunehmen und die eigene Geschichte fast neu bewertet wird, werden enzyklopädische Museen immer verantwortungsbewusster und führen globale Gespräche über Geschichte und Ausdruck. Das Met ist einer der wenigen Orte, an denen man zusammenkommen und einerseits das herausragende Ergebnis menschlicher Kreativität schätzen kann, aber auch lernen kann, was es bedeutet, eine gemeinsame Menschlichkeit zu haben."

Zunächst geht es im Jubiläumsjahr um die Erweiterung der Sammlung. Diese Geschenke werden das ganze Jahr über in Ausstellungen im Museum zu sehen sein, einschließlich Cindy Shermans "Untitled Film Still #48" aus dem Jahr 1979, welches Kurator Jeff Rosenheim als "Klassiker der frühen Konzeptfotografie in den USA" bezeichnete. Neben Sherman gehören Andy Warhol, Diane Arbus, Helen Levitt und viele andere zu den Stars der Kollektion von Ann Tenenbaum und Thomas H. Lee, die von 10. März bis 28. Juni 2020 zu sehen sein wird.