Albertina-Generaldirektor Klaus Albrecht Schröder hat persönlich bei den Chobots die hauptsächlich österreichische Kunst der 1970er und 80er-Jahre umfassenden Sammlungsbestände gesichtet und jene Werke und Werkgruppen ausgewählt, die in seinem Museum Lücken schließen. "Er hat sich sehr eingebracht, in einer Detailliertheit, die ich nie vermutet hätte", ist Dagmar Chobot voll des Lobes. "Nicht nur deshalb haben wir das Gefühl: Unsere Sammlung ist in guten Händen."

Schröder selbst nennt die Schenkung "ihrem Umfang und ihrer Qualität nach eine ganz wichtige Bereicherung der Sammlungen für Gegenwartskunst in der Albertina. Seit vielen Jahren habe ich das Programm der Galerie Chobot aus nächster Nähe verfolgt. Deren unschätzbares Verdienst ist ja nicht zuletzt, der österreichischen Skulptur eine Bahn gebrochen zu haben."

Ein großer Teil der Art Brut Sammlung der Chobots wechselt an die Albertina, über 250 Zeichnungen des Wiener Zeichners Karl Anton Fleck (1928-1983) samt umfangreichen Materialien, Werke u.a. von Jürgen Messensee und Henri Michaux, sowie umfangreiche Werkblöcke von Ernst Zdrahal, Othmar Zechyr, Bruno Gironcoli und Alfred Hrdlicka, von dem ein 300 Kilogramm schwerer Steintorso noch mitten in einem der Zimmer auf dem Parkett liegt.

Sonderausstellung im Dezember

Ab 13. Dezember wird die Albertina in einer Sonderausstellung einen ersten Einblick in die Sammlung Chobot geben, vertraglich ist auch eine Karl Anton Fleck-Ausstellung innerhalb der kommenden drei Jahre vereinbart. "Ich denke, es wird aber auch einiges aus unserer Sammlung zur Eröffnung der 'Albertina modern' im Künstlerhaus zu sehen sein", sagt Dagmar Chobot.

Für die 10.000-Euro-Dotierung des Skulpturenpreises, für den eine Jury Alfredo Barsuglia, Cäcilia Brown, Julian Göthe, Bernd Oppl, Marusa Sagadin und Anne Schneider nominiert hat, kommt die Galeristin derzeit im jährlichen Wechsel mit der Bildrecht-Verwertungsgesellschaft privat auf. Doch auch hier gibt es bereits ein Zukunftsprojekt: Nach dem Tod des Paares sollen aus den Mieteinnahmen des Hauses beim Yppenplatz zwei Preise finanziert werden - abwechselnd mit dem Dagmar Chobot Skulpturenpreis wird es dann auch einen Manfred Chobot Literaturpreis geben.