Ein Teil der Ausstellung findet in der Nikolaj Kunsthal statt, einer Kirche aus dem frühen 13. Jahrhundert im Zentrum von Kopenhagen. - © Rauschal
Ein Teil der Ausstellung findet in der Nikolaj Kunsthal statt, einer Kirche aus dem frühen 13. Jahrhundert im Zentrum von Kopenhagen. - © Rauschal

Zum buchstäblichen Kirchgang aber kommt es vier Gehminuten weiter in der Nikolaj Kunsthal, einer Kirche aus dem frühen 13. Jahrhundert. Zach Richter entführt uns für ein Choralstück mit Grande Finale per Virtual-Reality-Brille in eine Synagoge. Christophe Chassol legt es mit seinem audiovisuellen Remix der Cohen-Rezitation "The Only Tourist In Havana Turns His Thoughts Homeward" call-and-response-artig an. Und "I’m Your Man" der südafrikanischen Künstlerin Candice Breitz kommt als Lobgesang auf die Fankultur als solche mit singenden Cohen-Fans und dem Shaar Hashomayim Choir daher. Der Chor der Kongregation Leonard Cohens hat den Meister 2016 auf dem Album "You Want It Darker" bekanntlich auch beim Eintritt in die Dunkelheit begleitet.

Dass eine Videoarbeit von George Fok an beiden Ausstellungsorten zu sehen ist, mag ein dramaturgischer Fehler sein. Für sich genommen bedeutet sie einen Glücksfall für die Anhängerschaft und eine knappe Spielstunde lang feuchte Augen. Zwischen biografischen Rückblenden wird im Gegenschnitt der diversen Live-Darbietungen einzelner Songs über die Jahrzehnte hinweg (inklusive eines Auftritts im Rahmen der Arena-Besetzung in Wien im Jahr 1976!) nicht zuletzt dem Performer Leonard Cohen ein Denkmal gebaut.

Der Werktitel korrespondiert übrigens mit einem Kurzbeitrag von Tacita Dean, die sich den Song "Bird On The Wire" von 1969 vorgeknöpft hat: "Passing Through", das Leben als Flügelschlag, diese Sachen. Leonard Cohen sagt: "Poetry is the ashes of something that’s burning well." Die Ausstellung belegt es ebenso wie sein Gesamtwerk.