Wien. Realistisch gemalte Tiere, Pflanzen oder Einrichtungsgegenstände  bilden oftmals den Einstieg in das Werk des Künstlers Alfredo Barsuglia. Der 1980 in Graz geborene Künstler arbeitet mit verschiedene Medien,  ergänzt seine raumgreifenden Installationen als Regisseur oder Mitwirkender mit Performance, Schauspiel, Gesang oder auch Kochkunst.  In seinen Ausstellungen, die stets ortsspezifisch konzipiert sind, schafft er poetisch-irritierende Installationen. Nun wird der in Wien lebende Künstler mit dem renommierten Otto Mauer Preis ausgezeichnet. Die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung, die heuer zum 39. Mal vergeben wird, zeichnet das Werk eines Künstlers unter 40 Jahren aus, zuletzt wurden Toni Schmale (2017) und Anna Witt (2018) prämiiert. Die Überreichung findet am 4. Dezember um 19.30 Uhr in der Jesuitenkirche Wien statt.

Alfredo Barsuglia ist der diesjährige Otto-Mauer-Preisträger. - © Johannes Siglär
Alfredo Barsuglia ist der diesjährige Otto-Mauer-Preisträger. - © Johannes Siglär

Besonders überzeugt habe die Jury, "dass sich Alfredo Barsuglia in seinem umfangreichen Werk seit Jahren mit künstlerisch und gesellschaftspolitisch höchst relevanten Themen (Ökonomie, Ökologie, Umgang mit Natur, Funktion von Kunst/Kultur etc.) auseinandersetzt und diese in eine unverkennbare Bildsprache umsetzt", heißt es in der Begründung der Jury. Barsuglia studierte Malerei und Grafik an der Universität für Angewandte Kunst Wien. Sein Werk, das bis 12. Jänner 2020 auch in der Einzelausstellung "Take on me" im tresor des Bank Austria Kunstforums zu sehen ist, sei "inhaltlich wie auch formal ausgesprochen vielgestaltig. Er arbeitet medien- und gattungsübergreifend, kreiert Malereien, Zeichnungen, Objekte, Performances, Videos und Rauminterventionen (...) und schafft raumgreifende Installationen, die oft auch die Besucher in einem partizipativen Akt in das theatralische Geschehen miteinbeziehen."

Natürlich Kunst: Die "Mariainsel", 2019, in Fürstenfeld - © Bildrecht, Wien 2019
Natürlich Kunst: Die "Mariainsel", 2019, in Fürstenfeld - © Bildrecht, Wien 2019

Artifizielle Fremdkörper

Seine alternativen Orte im öffentlichen Raum - etwa die "Mariainsel" in Fürstenfeld (2018) und "Hotel Publik" (2013) in Innsbruck  können im Alltag benutzt werden und sind zugleich artifizielle Fremdkörper.  Barsuglia reichert alltägliche Orte mit absurden Elementen an und stellt so die alltägliche Wahrnehmung der BetrachterInnen infrage", so die aus Catrin Bolt, Ursula Hübner, Günther Oberhollenzer, Johanna Schwanberg und Gustav Schörghofer bestehende Jury. "In der Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk bricht er auch immer wieder den eigenen konzeptionellen Zugang und überrascht durch plötzliche Kehrtwendungen und Brüche." (apa)