Bei einem spektakulären Einbruch in Dresdens berühmte Schatzkammer Grünes Gewölbe ist ein Schaden in unbekannter Höhe entstanden. Der Einbruch betrifft den historischen Teil der Sammlung mit Juwelengarnituren und anderen wertvollen Kunstobjekten. Die Schadenshöhe ist laut Polizei noch unklar. "Aktuell ist unsere Tatortgruppe des #LKA im Einsatz und untersucht den Tatort", teilte die Polizei Sachsen am Montagmorgen bei Twitter mit. "Aussagen zum Stehlschaden sind noch nicht möglich."

Über weitere Details will die Polizei im Tagesverlauf informieren, auch Ministerpräsident Michael Kretschmer will den Tatort aufsuchen. Sachsens Regierungschef zeigte sich entsetzt: "Nicht nur die Staatlichen Kunstsammlungen wurden bestohlen, sondern wir Sachsen!", sagte Kretschmer. "Die Werte, die im Grünen Gewölbe und im Residenzschloss zu finden sind, sind von den ‎Menschen im Freistaat Sachsen über viele Jahrhunderte hart erarbeitet worden", betonte Kretschmer. "Man kann die ‎Geschichte unseres Landes, unseres Freistaates nicht verstehen, ohne das Grüne Gewölbe und ‎die Staatlichen Kunstsammlungen Sachsens."

Zusammenhang mit brennendem Stromkasten wird überprüft

Laut Zeitungsberichten brannte am Montagmorgen ein Stromkasten unter der Augustusbrücke, mit dem möglicherweise die Stromzufuhr zu den Staatlichen Kunstsammlungen unterbrochen wurde. Eine Sprecherin des Energieversorgers Drewag bestätigte den Vorfall: "Die Drewag musste den Schaltkasten außer Betrieb setzen." Ob es einen Zusammenhang mit dem Einbruch gibt, ist noch unklar.

Am Vormittag war die Spurensicherung am Tatort, die Polizei hatte sowohl einen Teil der Schatzkammer als auch die gegenüberlinkende Schinkelwache - die Kasse der Semperoper - abgesperrt. Äußerlich wirkte die Schatzkammer unversehrt, die Fenster sind durch historische gusseiserne Gitter geschützt.

Sachsens Kurfürst August der Starke (1670-1733) ließ die Schatzkammer zwischen 1723 und 1730 anlegen. Heute wird sie in zwei Abteilungen präsentiert. Der historische Teil befindet sich im Erdgeschoss des Residenzschlosses in den authentisch wiederhergestellten Räume der Sammlung. Eine Etage weiter oben zeigt das Neue Grüne Gewölbe besondere Einzelstücke.

Eines der wertvollsten Stücke des Grünen Gewölbes wird derzeit im Metropolitan Museum of Art in New York ausstellt - der Grüne Diamant. Das Hut-Schmuckstück mit dem einzigartigen Stein von 41 Karat und natürlicher Färbung gilt als spektakulärste Leihgabe der Ausstellung "Making Marvels: Science and Splendor at the Courts of Europe" des Metropolitan Museum of Art. (apa/dpa)