Acht Anwärter haben sich um die Leitung des Kunsthistorischen Museums (KHM) beworben, gab eine Sprecherin von Kulturminister Alexander Schallenberg bekannt. Nötig geworden war die Ausschreibung nach dem kurzfristigen Rückzieher des designierten KHM-Direktors Eike Schmidt Anfang Oktober. Die Bewerbungsfrist war am Sonntag abgelaufen.

Von den nunmehrigen Bewerbern sind vier weiblich und vier männlich, vier national und vier international. Die Hearings sollen in den kommenden Wochen stattfinden. Die hierfür berufene Kommission besteht aus der KHM-Kuratoriumsvorsitzenden Ulrike Baumgartner-Gabitzer, Max Hollein (Direktor des Metropolitan Museum of Art in New York) und Jürgen Meindl, Leiter der Kunst- und Kultursektion im Bundeskanzleramt. Der Vertrag für die Stelle an der Spitze des Kunsthistorischen Museums läuft fünf Jahre. Mit einer Bestellung ist wohl erst unter der neuen Regierung zu rechnen.

Sabine Haag weiterhin interimistische Chefin

Nachdem Eike Schmidt überraschend bekannt gegeben hatte, das KHM doch nicht zu übernehmen, erklärte sich Direktorin Sabine Haag dazu bereit, ihre Arbeit interimistisch fortzusetzen. Zahlreiche Stimmen, darunter der Museumsbund, hatten Schallenberg dazu aufgerufen, Haag ohne neuerliche Ausschreibung zu bestellen, da sie damals hinter Eike Schmidt als Zweitgereihte aus dem Bewerbungsprozess hervorgegangen war. Es war jedoch umstritten, ob dieses Vergehen gesetzeskonform wäre. Der Minister schrieb die Stelle Mitte Oktober neu aus. (apa/irr)