Ein vor 22 Jahren aus einer Kunstsammlung in Italien entwendetes Gemälde des Malers Gustav Klimt scheint wieder aufgetaucht zu sein. Das "Bildnis einer Frau" war 1997 aus der Galerie Ricci Oddi in der nortitalienischen Stadt Piacenza gestohlen worden. Nun wurde es in einem Verlies im Garten der Galerie entdeckt, wie die lokale Tageszeitung "Libertá" berichtet.

Das Porträt einer Frau von Gustav Klimt.
Das Porträt einer Frau von Gustav Klimt.

Bei Arbeiten im Garten der Galerie für moderne Kunst wurde der Efeu geschnitten, der über eine Außenwand wuchs. Dahinter wurde eine Tür entdeckt und dahinter ein Zwischenraum, in dem das Bild in einem Sack gefunden wurde. Das Gemälde, noch mit Stempel und Siegel versehen, sei in gutem Zustand, berichtete der Direktor der Galerie, Massimo Ferrari.

Das "Bildnis einer Frau" aus der Zeit 1916-1918 gilt als eines der meist gesuchten Gemälde der Welt. Es wurde von Klimt in seinen letzten Lebensjahren entworfen. Es befindet sich jetzt in Polizeigewahrsam und wird auf seine Echtheit überprüft.

Untersuchung war mangels an Beweisen eingestellt worden

Der Galeriedirektor geht davon aus, dass die Diebe, die das Gemälde entwendet hatten, es im Verlies unweit der Galerie versteckt hatten, um es nach einigen Tagen abzuholen. Wegen des Medienrummels nach dem Diebstahl und der starken Präsenz von Sicherheitskräften hätten sie das Gemälde aber nicht mehr wegbringen und wahrscheinlich nur schwer verkaufen können.

Das Gemälde war im Februar 1997 bei Renovierungsarbeiten in der Galerie entwendet worden, gerade als die Alarmanlage nicht funktionierte. Man vermutete, dass die Diebe über das Dach geflüchtet seien. Zuerst konzentrierten sich die Ermittlungen auf die Aufseher der Galerie, die Untersuchung gegen sie wurde jedoch mangels an Beweisen eingestellt. Das Ölbild gilt wegen seiner Bekanntheit als unverkäuflich. Es ist Teil einer Serie von Damenporträts, die Klimt in den letzten Jahren seiner Arbeit zwischen 1916 und 1918 geschaffen hatte.

Mit dem Diebstahl hatten sich die Carabinieri 2014 erneut beschäftigt. Damals wurde ein Fingerabdruck mit neuen Technologien überprüft, den der Dieb angeblich beim Diebstahl auf dem Rahmen des Gemäldes hinterlassen hatte.

"Sollte die Echtheit des Bildes bestätigt werden, wäre dies eine große Freude für die Stadt", kommentierte das für Kulturfragen zuständige Stadtratsmitglied von Piacenza, Jonathan Papamarenghi. (apa)