Mode, Wiener Moderne und Nachhaltigkeit sind die Themen, auf die das MAK - Museum für angewandte Kunst im Jahr 2020 setzen wird. Den Anfang mach die Schau "Show Off. Austrian Fashion Design" ab 14. Februar, Ende Mai folgt die Ausstellung "Die Frauen der Wiener Werkstätte". Beschlossen wird das Jahr mit Adolf Loss und Josef Hoffmann, wie es in einer Aussendung heißt.

Das Ausstellungsprogramm 2020 verstehe sich "als Plädoyer für Qualität und Ästhetik sowie als Aufruf zur Abkehr von Massenkonsum und Ausbeutung unseres Planeten", so MAK-Generaldirektor Christoph Thun-Hohenstein. "Fortschritt braucht neue Konzepte, die auf Wertschätzung von ressourcenschonend gestalteten Dingen abzielen." So müsse etwa im Bereich Mode der hohe ökologische Fußabdruck von Textilien durch neues Qualitätsbewusstsein verringert werden.


Mode made in A

Mit "Show Off. Austrian Fashion Design" (14. Februar bis 12. Juli) ist "ein breites Panorama österreichischen Modedesigns" geplant, die Ausstellung lade auf eine "Zeitreise durch Modedesign mit österreichischen Wurzeln in all seinen Facetten von den 1980er Jahren bis heute". Der Wiener Moderne verschreibt man sich mit gleich drei Ausstellungen: "Die Frauen der Wiener Werkstätte" (27. Mai bis 20. September) will einen zeitgemäßen, feministischen Blick auf "diese herausragende Epoche der Kunstgeschichte" werden. Während das Schaffen der Künstler der Wiener Werkstätte bereits vielfach gewürdigt worden sei, galt den Künstlerinnen bisher nur vereinzelt Interesse. "Mehr als 600 Exponate geben Einblick in das nahezu unbekannte und bisweilen radikale weibliche Design in Wien zwischen 1900 und 1930, vor allem im Hinblick auf Gebrauchsgrafik, Textildesign, Modeentwurf, Spielzeug, Wandschmuck und Keramik", heißt es dazu.

Aus Anlass des 150. Geburtstags von Josef Hoffmann widmet man dem Architekten und Designer eine Überblicksausstellung zum Gesamtwerk unter dem Titel "Fortschritt durch Schönheit" (10. Dezember bis 18. April 2021). "Hoffmann kultivierte mit seiner unermüdlichen Entwurfsarbeit und Lehrtätigkeit ein exemplarisches Modell moderner Lebensweisen auf Basis einer handwerklich geprägten sowie künstlerisch ambitionierten Bau- und Produktkultur", so die Ankündigung. Hoffmanns Gegenpol Adolf Loos - ebenfalls im Dezember 1870 geboren - widmet das MAK die in Kooperation mit der Albertina entwickelte Ausstellung "Adolf Loos. Privathäuser" (18. November bis 14. März 2021). Zeit seines Lebens habe sich Loos mit privaten wie auch öffentlichen Wohnbauten befasst, die Ausstellung legt ihren Schwerpunkt auf den privaten Bereich und zeigt Entwurfszeichnungen, Pläne, Fotos und Modelle zu seinen zumeist luxuriös eingerichteten Einfamilienhäusern, Villen und Landhäusern. Kontrastierend dazu werden revolutionäre Sozialprojekte wie beispielsweise die Bauten für die Gemeinde Wien vorgestellt.


Neue Erzählstrategien

Mit der Personale "Raimund Abraham. Angles and Angels. Zeichnungen Modelle Prototypen" im MAK-Kunstblättersaal zeigt man ab 25. März einen der großen experimentellen Architekten des 20. Jahrhunderts. Abraham (1933-2010) habe seine Architektursprache in der Verbindung zu Kunst, Philosophie, Literatur und Film entwickelt. Anhand von Objekten aus der Wiener Privatsammlung von Georg Kargl stellt die Ausstellung "Bakelit" das gleichnamige Material vor, dessen Entwicklung die Designgeschichte des 20. Jahrhunderts entscheidend mitprägte.

In der MAK-Expositur im Geymüllerschlössel entwickelt Erwin Wurm von 9. Mai bis zum 6. Dezember eine Ausstellung "an der Schnittstelle zur künstlerischen Intervention, die das klassische Interieur des Biedermeierjuwels mit verschiedenen Erzählsträngen unterläuft". (apa)