Der Schweizer Ausstellungskurator und Museumsdirektor Christoph Vitali ist, wie erst jetzt bekannt wurde, bereits am 18. Dezember im Alter von 79 Jahren in seiner Heimatstadt Zürich gestorben. Vitali leitete unter anderem das Münchner Haus der Kunst, die Schirn-Kunsthalle in Frankfurt sowie die Fondation Beyeler in Riehen bei Basel.

Kurator Christoph Vitali - © Wikimedia
Kurator Christoph Vitali - © Wikimedia

Vitali wurde am 28. September 1940 in Zürich als Sohn eines Bildhauers und einer Lehrerin geboren. Der Jurist trat 1969 in die Dienste seiner Heimatstadt und prägte von 1971 bis 1978 als Leiter des Kulturreferats deren Kulturpolitik wesentlich.

1979 ging Vitali als Verwaltungsdirektor der Städtischen Bühnen nach Frankfurt am Main. Von 1985 bis 1993 war er dort Geschäftsführer und erster Direktor der neu eröffneten Kunsthalle Schirn. Er kuratierte wegweisende, auch beim Publikum erfolgreiche Ausstellungen. Seine 1989/1990 gezeigte Kandinsky-Retrospektive zählte annähernd 200.000 Besucher. Eine weitere Schau "Die große Utopie" war der russischen Avantgarde gewidmet, auch mit dem Frühwerk Marc Chagalls landete er einen Erfolg in der Main-Metropole.

Ausstellungen neuen Formats

1994 wechselte Vitali als Direktor an das Haus der Kunst in München. Mit Ausstellungen wie "elan vital", einer Zusammenschau der Klassischen Moderne, Roy Lichtenstein und der Barnes Collection lockte er Hunderttausende von Besuchern in den ehemaligen Nazi-Bau. Als erster Ausstellungsmacher in Deutschland öffnete Vitali das Haus der Kunst nicht nur durchgehend von 10.00 bis 22.00 Uhr, sondern auch für nächtliche Performances und Live-Musik-Sessions.

Mit der Ausstellung "Barocke Sammellust" verabschiedete er sich nach mehr als 100 Ausstellungen von München und wurde im April 2004 Direktor der Fondation Beyeler in Riehen bei Basel. Im Sommer 2007 wechselte er kurzzeitig als Interims-Intendant an die Bundeskunsthalle Bonn. (aPA/sda/dpa)