Nachdem am Mittwoch die Bundesmuseen eine einheitliche Vorgehensweise bekanntgegeben haben und bis Ende März alle Häuser schließen, ziehen weitere Museen nach.

Das Wien Museum schließt alle Standorte bis vorerst 5. April. Das betrifft das Wien Museum MUSA, Beethoven Museum, Pasqualatihaus, Schubert Geburtshaus und Sterbewohnung, Haydnhaus, Johann Strauß Wohnung, Römermuseum, Virgilkapelle, Neidhart Festsaal, Uhrenmuseum und das Pratermuseum.

Abgesagt beziehungsweise verschoben sind auch alle Veranstaltungen, wie die Richard Neutra-Tagung oder die für das letzte Märzwochenende geplante Eröffnung der Hermesvilla.

Auch das Leopold Museum ist ab sofort geschlossen bis 31. März. Ebenso das Heeresgeschichtliche Museum und das Bank Austria Kunstforum.

Kunsthalle und Kunsthaus bleiben offen

Geöffnet bleibt bis auf weiteres die Kunsthalle Wien im Museumsquartier. "Während des Ausstellungsbetriebs sowie bei Veranstaltungen wird dafür Sorge getragen, dass die empfohlene Personenanzahl von maximal 100 nicht überschritten wird", informiert die Homepage. Für dieselbe Vorgehensweise hat sich das Kunsthaus Wien im Hundertwasserhaus entschlossen.

Die Niederösterreichische Kulturwirtschaft GmbH (NÖKU) stellt ab Donnerstag bis 3. April den gesamten Veranstaltungs- und Ausstellungsbetrieb ein. "In einer dramatischen Situation müssen wir dramatische Maßnahmen setzen", teilte Geschäftsführer Paul Gessl am Mittwoch in einer Aussendung mit.

Zur NÖKU gehören viele große niederösterreichische Kulturinstitutionen wie die Kunstmeile Krems, das Arnulf Rainer Museum, die Landesgalerie Niederösterreich und die Schallaburg (auch das Festspielhaus St. Pölten). Damit entfällt auch die für Ende dieser Woche geplante Eröffnung der "Fix und Foxi"-Ausstellung im Karikaturmuseum Krems.

Das steirische Universalmuseum Joanneum stellt auch den Betrieb ein, das betrifft unter anderem das Kunsthaus, das Landeszeughaus, das UNESCO-Kulturwelterbe Schloss Eggenberg, das Schloss Stainz und der Österreichische Skulpturenpark.

Betrieb mit Einschränkungen in Oberösterreich

 In den Museen in Oberösterreich sind Besuche derzeit noch möglich, es gibt aber diverse Einschränkungen: So soll darauf geachtet werden, dass sich nicht mehr als 100 Personen gleichzeitig in den Ausstellungsräumen befinden. Veranstaltungen sowie Vernissagen finden nicht statt.

"In den Oberösterreichischen Landesmuseen, dem Oö. Kulturquartier, dem StifterHaus und der Landesbibliothek werden alle Veranstaltungen und Eröffnungen abgesagt", meinte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), der auch für die Kultur zuständig ist, nachdem der Krisenstab des Landes am Mittwoch seine Arbeit aufgenommen hat. Die Regelung gelte erst einmal bis 31. März. Die Lese- und Arbeitsplätze in der Landesbibliothek sowie im Landesarchiv stehen derzeit nicht zur Verfügung, Ausleihe und Rückgabe von Büchern ist aber zu den üblichen Öffnungszeiten an den Selbstverbuchungsstationen möglich. Individualbesuche in den Museen seien derzeit ebenfalls noch möglich, da es noch keine andersartigen Empfehlungen des Bundes gebe, führte Stelzer weiter aus.

Bei den Linzer Museen Lentos und Nordico stand vorerst noch nicht fest, wie man mit der Situation umgehen wird. Das Ars Electronica Center hat "noch" geöffnet, ließ Pressesprecher Christopher Sonnleitner die APA wissen. "Auf 6.500 Quadratmetern verteilen sich die Leute", argumentierte er, gestürmt werde das Zukunftsmuseum aktuell ohnehin nicht. Die Vorführungen im Deep Space, Schulklassen-Besuche und Firmen-Events sind jedoch abgesagt oder verschoben.

Salzburger Museen vorerst ohne Sperre

In Salzburg bleiben die bekanntesten Museen vorerst geöffnet. Das Museum der Moderne lässt an den beiden Standorten Mönchsberg und Rupertinum aber maximal 100 Besucher gleichzeitig in die Ausstellungen, wie der Homepage zu entnehmen ist. Dasselbe gilt für das Salzburg Museum, das neben dem Haupthaus (neue Residenz) auch noch das Panoramamuseum, das Festungsmuseum, das Spielzeugmuseum und das Keltenmuseum in Hallein betreibt.

Ein Rundruf bei Wiener Galerien wiederum zeigt, dass diese den Betrieb regulär weiterführen können - die Frequenz in den Räumlichkeiten ist im regulären Betrieb nie so hoch, dass die 100-Personen-Grenze annähernd erreicht wird. Anders sieht es bei Vernissagen aus: Die werden entweder abgesagt oder in kleinerem Rahmen veranstaltet. (cb)