Nun gut, die Museen sind geschlossen. Aber auf Kunst zu verzichten, ist auch in Zeiten von  strikten Verordnungen nicht notwendig: Denn Ausstellungen sind bereits mit umfangreichen Angeboten ins Netz ausgewandert. Diesem Trend haben sich auch heimische Museen angeschlossen. Bieten diese nicht selbst einen virtuellen Besuch an, so sind sie zumindest Teil einer Plattform, die zwar bisher ein Schattendasein fristete, nun aber für Kunstinteressierte vom Wohnzimmer aus ein virtuelles Eintauchen in Museen erlaubt. Noch dazu in Häuser, die man schon immer besuchen wollte, aber man vielleicht noch nicht dazu gekommen ist. Ganz ohne Warteschlange, aber leider auch ganz ohne dem Flair der alten Kunstwerke. Es folgt eine Auswahl an internationaler und nationaler Häuser, deren Online-Auftritt zum Stöbern verführt.

Im Solomon Guggenheim Museum New York  etwa stehen mehr als 1700 Werke ausgewählter Künstler wie Pablo Picasso oder Piet Mondrian via Internet zur Verfügung.

Der Pariser Louvre bietet virtuelle Besuche seiner ägyptischen Antikensammlung an und eine 360-Grad-Ansicht ermöglicht mit einem Klick zusätzliche  Informationen zu besonderen Artefakten.


Das Britische Museum in London beherbergt mehr als acht Millionen Objekte, darunter die Figuren des griechischen Parthenon und ägyptische Mumien. In der Datenbank kann man einen Großteil der Exponate, darunter wertvolle Stücke aus der chinesischen oder afrikanischen Kultur.


Und auch das Metropolitan Museum of Art zeigt per Online-Datenbank Werke von herausragenden Künstlern wie Jackson Pollock oder Giotto di Bondone. "The Met 360° Project" erlaubt einen Spaziergang durch das Museum.


Die Vatikanischen Museen zeigen auf ihrer Website insgesamt sieben beeindruckende virtuelle Touren etwa in die Sixtinische Kapelle, Raphaels Raum oder auch die päpstlichen Kunstsammlungen.  

Auch die heimischen Museen stellen den Ausstellungsbesuch vom Wohnzimmer aus zur Verfügung, allen voran das Kunsthistorische Museum:  Es zeigt in seiner Online-Sammlung sehr unterschiedliche Werke etwa eine Büste des Kopfs eines Sphinx Sesostris' III. (12. Dynastie, Zeit Sesostris' III., ca. 1878-1843 v. Chr.), das Kochbuch der Philippine Welser 1543/44, oder auch die Campagne-Livree eines Kutschers des Wiener Hofs (1915) hin – pro Seite gibt es zwölf Ausstellungsstücke mit Erläuterung, insgesamt 1840 Seiten gilt es hier zu durchstöbern. Ein eigener Youtube-Kanal zeigt mehr als 440 Videos zu Künstlern und Kunstwerken.

Die Tiroler Landesmuseen bieten nun ebenfalls Kunst und Kultur über diverse Online-Kanäle (Facebook, Instagram, YouTube und Twitter) an: So gibt es Führungen und persönliche Videos zu den Meisterwerken oder auch Mitmachvideos für daheimgebliebene Familien.


Das Belvedere hat unter  https://digital.belvedere.at  einen umfangreichen digitalen Auftritt: Neben den Ausstellungs-Highlights zeigt es Porträts der Künstler mit Biografien und Abbildungen der Werke. Auch gibt es die Option des "Stöbern & Flanieren", das einem virtuellen Museumsbesucher über die klassischen Suchfunktionen hinaus auch ein freieres persönliches Manövrieren bietet. Zurzeit wird täglich um 15 Uhr ein virtueller Museumsbesuch angeboten.

Auf der Website des Museums für angewandte Kunst findet man ebenfalls einen Überblick der Sammlung mit genauen Werkerklärungen. Zum Anklicken für einen virtuellen Besuch der Räumlichkeiten, bei dem man sich auch mal verlaufen kann, setzt das MAK wie viele andere heimische Museen (Jüdisches Museum, die Albertina, das Belvedereoder das Leopold Museum) auf die Plattform Google Arts & Culture - diese gibt es übrigens auch als App auch für Smartphones. Dort gibt man einfach das gewünschte Museum in die Suchmaschine ein. In Zusammenarbeit mit mehr als 1200 kulturellen internationalen Einrichtungen werden auf dieser Plattform Kunstwerke wie etwa vom Weißen Haus, dem Museum für Islamische Kunst in Qatar, das Museum of Modern Art in New York, die Uffizien in Italien oder auch die Tate Gallery in London sowie Straßenkunst aus dem brasilianischen Sao Paulo online zugänglich gemacht. Es gibt viele Rundgänge durch zahlreiche Ausstellungen mit hochauflösenden Fotos und detaillierten Informationen. Einige Museen stellen  Video- und Audio-Touren zur Verfügung. Auch ist es möglich, ganz nahe an die Kunstwerke heran zu zommen und bis ins Detail genau zu betrachten. Ein Feature, das im realen Museumsbesuch wohl einen lauten Alarm mit sich bringen würde, denn die plattgedrückte Nase auf Van Goghs "Sonnenblumen" oder Da Vincis "Mona Lisa" wird nicht so gerne gesehen.