Drei Künstlern droht in Myanmar (Burma) eine zweijährige Gefängnisstrafe, weil sie in der Corona-Krise mit einem Wandbild strenggläubige Buddhisten verärgert haben sollen. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte am Mittwoch, die Vorwürfe fallen zu lassen.

Auf dem Streetart-Bild in der Stadt Myitkyina im Norden des Landes war ein Sensenmann als Symbol des Todes zu sehen, daneben Ärzte, das Virus und die Forderung "Stay at Home" - "Bleibt zu Hause".

Kritiker sahen in dem roten Umhang des Sensenmanns ein Mönchsgewand. Die Künstler Zayar Hnaung, Ja Sai und Naw Htun Aung wurden festgenommen und wegen der Verletzung religiöser Gefühle angezeigt. Das Trio hatte das Bild laut Human Rights Watch nach heftiger Kritik bereits übermalt.

Die Darstellung des Todes als Gerippe mit Sense in der Hand stammt aus der europäischen christlichen Kunst des Mittelalters. Ab dem 17.-18. Jahrhundert wurde die Gestalt immer häufiger in voluminöse Gewänder, teils auch mit Kapuze, gehüllt.

Das südostasiatische Myanmar ist buddhistisch geprägt und wird nach jahrzehntelanger Militärherrschaft von einer gewählten Regierung unter Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi geführt. Der Regierung wird vorgeworfen, die Covid-19-Pandemie auszunutzen, um die Meinungsfreiheit zu beschneiden. (apa)