Die neue Grünen-Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer hat am Mittwochabend im Interview mit der ZIB2 eine rasche Klärung der Rahmenbedingungen für den Neustart der Kultur versprochen. Für Freitag habe sie dazu rund 40 Managerinnen und Manager aus dem Kulturbereich eingeladen. Mit ihnen soll entscheiden werden, unter welchen Auflagen Kulturveranstaltungen in naher Zukunft stattfinden können.

Mit 29. Mai sollen Indoor- wie Outdoor-Veranstaltungen mit bis zu 100 Besuchern und Besucherinnen möglich sein, ab 1. Juli mit bis zu 250 Personen, ab 1. August mit bis zu 1.000. Anfang Juli sollen auch die Kinos wieder öffnen. Eine entsprechende Verordnung dazu, die von Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erlassen werden muss, gibt es noch nicht. Man wolle nun kommende Woche zu einer guten Lösung kommen. Mayer machte aber deutlich, dass sie noch auf weitere Erleichterungen für Kulturveranstaltungen hofft.

Nach der Verhältnismäßigkeit von Schutzmaßnahmen – etwa im Vergleich zu Schulen oder der Gastronomie – gefragt, sagte Mayer, sie wolle Bereiche "nicht gegeneinander ausspielen". Es gelte nun, zu einer gewissen Normalität zurückzukehren. Die Institutionen müssen Planungssicherheit haben, bevor die nächste Saison beginnt. Sie wollte die "Situation verbessern" und die Kultur "wieder öffnen".

Zurückhaltend blieb sie bezüglich der Gutscheinlösung, zufolge welcher für Tickets bis zu einem Wert von 70 Euro ein Gutschein ausgestellt wird. Für teurere Karten kann man sich bis zu 180 Euro auszahlen lassen. Konsumentenschützer hatten die Lösung als verfassungsrechtlich fragwürdig bezeichnet. Mayer sagte, die Lösung sei vor ihrer Amtszeit beschlossen worden, gebe aber den Veranstaltern Sicherheit. Werde die Lösung vor dem Verfassungsgerichtshof angezweifelt, werde dieser sich damit befassen.

Die am Mittwoch angelobte Nachfolgerin der zurückgetretenen Politikern Ulrike Lunacek lobte zudem Vizekanzler Werner Kogler (Grüne). Dieser habe eine "hohe Empathie für Künstlerinnen und Künstler". Mitglied der Grünen wolle sie aber trotzdem nicht werden. Ihre Mitgliedschaft bei der SPÖ habe sie ruhend gestellt. (red/orf.at)