Die Malerin und Grafikerin Gertie Fröhlich, die mit ihrem Einfluss auf den kunstsinnigen Wiener Priester Otto Mauer wesentlich zu dessen Gründung der Wiener Galerie St. Stephan beigetragen hat, ist 89-jährig verstorben.

Fabeltier Zyphius, von Gertie Fröhlich als Logo für das Filmmuseum entworfen.  - © Filmmuseum
Fabeltier Zyphius, von Gertie Fröhlich als Logo für das Filmmuseum entworfen.  - © Filmmuseum

Geboren am 29. Juni 1930 in einem kleinen slowakischen Dorf, wanderte Fröhlichs Familie gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nach Oberösterreich aus. 1953 übersiedelte sie zum Malereistudium bei Albert Paris Gütersloh nach Wien, im Sommer 1954 nahm sie einen Ferialjob bei der Katholischen Aktion an. Ihr Chef wurde Msgr. Otto Mauer, damals Domprediger zu St. Stephan. Fröhlich überredete Mauer, die Sammlung des 1938 zur Emigration gezwungenen Kunsthändlers Otto Kallir zu übernehmen, und wurde Mauers Sekretärin und Beraterin bei seinen Kunst-Aktivitäten. Die "Galerie (nächst) St. Stephan" wurde legendäres Zentrum der damaligen Wiener Avantgarde.

Gertie Fröhlich, 1930-2020 - © Galerie Ulysses/Gertie Fröhlich Archiv
Gertie Fröhlich, 1930-2020 - © Galerie Ulysses/Gertie Fröhlich Archiv

Fröhlich war mit dem Maler Markus Prachensky verheiratet, danach war der Filmemacher Peter Kubelka ihr Lebensgefährte. Als Grafikerin war sie 20 Jahre lang für die Plakate des Österreichischen Filmmuseums verantwortlich, dessen Logo sie auswählte. Das darin abgebildete Fantasiewesen Zyphius soll sie in einer Abhandlung über Fabelwesen aus dem 16. Jahrhundert gefunden haben.(apa)