Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste verliert vorzeitig ihre Direktorin: Julia M. Nauhaus, die 2016 nach langer Suche als gemeinsame Leiterin der Gemäldegalerie und des Kupferstichkabinetts angetreten ist, verlässt die Akademie bereits mit Ende Juni. Rektor Johan F. Hartle, der Nauhaus für ihren "außerordentlichen Einsatz" dankte, kündigte eine "ausführliche interne Revision" an.

Ziel sei laut Aussendung die "inhaltliche Neuausrichtung der historisch so bedeutenden Sammlungen im einzigartigen Spannungsfeld zur zeitgenössischen Kunstproduktion im Haus", heißt es weiter. Bis zur Nachbesetzung übernimmt demnach ein Team, bestehend aus Claudia Bauer (Stv. Direktorin der Kunstsammlungen), Claudia Koch (Sammlungsleitung Gemäldegalerie) und René Schober (Stv. Leitung Kupferstichkabinett) die interimistische Leitung. "Wir haben den Entschluss von Frau Julia M. Nauhaus, die Akademie zu verlassen, mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Mit ihr verlieren wir eine engagierte Leiterin, die in ihrer Amtszeit für ein umfangreiches Programm verantwortlich zeichnete", so Hartle. Ursprünglich war Nauhaus für sechs Jahre bestellt worden.

Die Ausschreibung werde nach dem Abschluss der Überlegungen zum Erneuerungsprozess "in Hinblick auf die Rückübersiedelung an den Schillerplatz im Sommer 2021 vorbereitet". Bekanntlich war die Gemäldegalerie ab Ende 2017 im Theatermuseums zu Gast, da das Gebäude der Akademie derzeit generalsaniert wird. Im Theatermuseum ist nach der coronabedingten Schließung denn auch die bereits für März geplante Sonderausstellung "Bosch & Schlegel" zu sehen. Die Eröffnung der für Mai geplanten Ausstellung des Kupferstichkabinetts zu Rudolf Jettmar" wurde auf 15. Oktober verschoben. (apa)