"Die Universität für angewandte Kunst Wien setzt sich vehement dafür ein, den durch die aktuelle Situation massiv beschränkten Produktionsbedingungen im Kunst- und Kulturbereich entgegenzuwirken", liest man auf der Website. Aus diesem Grund findet auch heuer wieder das  Angewandte Festival 2020 statt. Thematisch setzt man in Corona-Zeiten auf alternative Ausstellungsorte im digitalen und öffentlichen Raum.

Die Eröffnung des diesjährigen Angewandte Festivals am 23. Juni 2020 zeigt schon die Verknüpfung des Digitalen mit dem Physischen: Nach der Eröffnung durch Rektor Gerald Bast, die um 18 Uhr live – wie alle digitalen Programmpunkte – übertragen wird, startet die physisch Eröffnungstour um 18.45 Uhr, die sich wiederum mit dem digitalen Raum verbindet: Eine Litfaßsäulen-Ausstellung in den 23 Wiener Bezirken wird an den 23 Standorten physisch eröffnet. Gleichzeitig verbinden sich diese 23 Plätze, indem sich Studierende von den Litfaßsäulen digital zuschalten. Besucher können die "Eröffnungstour 23 Bezirke, 23 Litfaßsäulen" auf der Festivalwebsite verfolgen oder selbst bei einer Litfaßsäule dabei sein.

"Würmlas Wände" von Katharina Herzog und David Leitner. - © Alexander Rauch
"Würmlas Wände" von Katharina Herzog und David Leitner. - © Alexander Rauch

Das Angewandte Festival 2020 spiegelt die mögliche Überlappung und Verbindung, aber auch die Widersprüche und Mängel der beiden Welten zueinander wider. So wird beispielsweise die "Asphalt Gallery" mittels dreier Klein-LKWs mobile Ausstellungsdisplays an den drei Tagen zwischen 12 und 20 Uhr in den gesamten Stadtraum bringen. Wo sich die "Asphalt Gallery"  wann befindet, kann via Geotracking geortet werden. Am Eröffnungsabend starten sie am Oskar-Kokoschka-Platz beim Hauptgebäude der Universität. Das Projekt "Kunst geht nach Hause" zeigt eine filmische Dokumentation, wie Studierende in den vergangenen Wochen ihre Arbeiten an Bekannte und Unbekannte verliehen und wie diese in den jeweiligen Privaträumen ausgestellt wurden.

"Ghost Frames" in einem Hand- und Fußpflegesalon in Döbling. - © Thomas Glänzel
"Ghost Frames" in einem Hand- und Fußpflegesalon in Döbling. - © Thomas Glänzel

Etliche Programmpunkte wie  jener vom "Schwimmverein Donaukanal", der das Erleben der Stadt durch Schwimmen propagiert,finden physisch wie auch digital erlebbar statt. Die Ausstellung "Faktisches Niemandsland. Verlassene Zivilisation. Was ist Zuhause?" lockt zur Kunsthalle Wien ins Museumsquartier wohingegen die "Ghost Frames" das Schaufenster eines Hand- und Fußpflegesalons in Döbling einnehmen. Mit einer "Camping-Performance Lückenfüller" wird in Hernals eine Baulücke von Studierenden gefüllt (Standortanfrage: lückenfüller@gmx.at), während die "24-Stunden-Hotline" des Angewandte Performance Laboratory zur telefonischen Beratung einlädt: "Verfolgt dich eine riskante Idee? Willst du eine Performance machen?" Unter der Wiener Telefonnummer 711 333 333 wird telefonische Beratung in der Festivalzeit rund um die Uhr angeboten.

Drei der vier Festivalabende gehören den Sound Acts, welche in Kooperation mit dem Donaufestival, Hyperreality und United We Stream von 21 bis 24 Uhr auf der Festivalpage stattfinden. Darüber hinaus versammelt das Festival im alternate.mode eine Vielzahl an künstlerischen Arbeiten, Experimenten, Positionen, Präsentationsformen und -formaten.