Das New Yorker Metropolitan Museum meldet sich mit einem Werk von Yoko Ono an der Fassade und einer Mauer-Installation auf dem Dach nach fast sechsmonatiger Schließung zurück. Mit Hygiene-, Abstands- und Maskenregeln sowie stark verringerter Kapazität will das renommierte Museum am New Yorker Central Park am Samstag, 29. August, seine Türen wieder für Besucher öffnen.

"Mit großer Hoffnung und Vorfreude schauen wir auf die Wiederöffnung", sagte der österreichische Direktor Max Hollein bei einer Pressekonferenz im Vorfeld. Bereits in den Tagen zuvor durften Journalisten und Mitglieder des Fördervereins des Museums die Räume besuchen, es bildeten sich teils lange Schlangen vor dem Gebäude. Neben bekannten Exponaten des Hauses gibt es einige neue Ausstellungen, deren Eröffnungen aufgrund der Corona-Pandemie verschoben wurden. Eine davon zeigt die Geschichte des Museums, das im April 150 Jahre alt geworden war und das Jubiläum eigentlich groß hatte feiern wollen.

Yoko Onos Appell an der Fassade

An der Fassade findet sich außerdem ein neues Werk der Künstlerin Yoko Ono: "Dream Together" steht in Schwarz auf zwei großen weißen Plakaten. Auf der Dachterrasse des Museums steht eine neue Installation des mexikanischen Künstlers Hector Zamora. "Lattice Detour" ist eine Mauer aus Tonsteinen - die allerdings hohl sind und Blicke auf die Skyline von Manhattan zulassen.

Bisher sei das Museum in seiner Geschichte fast nie länger als drei Tage am Stück geschlossen gewesen, sagte Geschäftsführer Dan Weiss. "Jetzt waren wir fast sechs Monate zu, und währenddessen hat sich die Welt für immer verändert." Das Museum habe finanziell große Einbußen hinnehmen müssen, er sei aber zuversichtlich, dass es die Krise überstehen werde.

Die Museen in New York, die fast alle seit März geschlossen hatten, dürfen seit Montag offiziell unter strengen Auflagen wieder öffnen - tun dies jedoch nur nach und nach. Am Donnerstag hatte das Museum of Modern Art (MoMA) seine Türen wieder geöffnet, das Whitney Museum für amerikanische Kunst will am 3. September nachziehen, das Guggenheim-Museum am 3. Oktober. Die Corona-Krise trifft die Kulturbranche der Stadt, die im Frühjahr eines der weltweiten Epizentren der Epidemie war, seit Monaten hart. (apa)