Die internationale Kunstszene kehrt nach Wien zurück: Rund 65 Galerien aus 16 Ländern finden sich von 24. bis 27. September in der Wiener Marx Halle zur Kunstmesse viennacontemporary ein. "Aus den bekannten Gründen wird die Messe dieses Jahr konzentrierter aufgestellt sein", stimmen die Veranstalter am Montag in einer Aussendung auf die kommende Corona-Ausgabe ein. Im Vorjahr wurden noch 110 Galerien aus 26 Ländern - und 500 Künstler - in Wien begrüßt. Das kleinere Format soll Gelegenheit für "eine tiefergehende, persönlichere Auseinandersetzung mit dem Gezeigten" sowie bieten.

Aber auch abseits des Vor-Ort-Geschehens wird man nicht auf die Messe verzichten müssen. Im Zuge einer "digitalen Option" namens "vc_on" ist geplant, der österreichischen und mittel-, südost- und osteuropäischen Kunst "sofortige Aufmerksamkeit zu schenken, ein neues Publikum und junge SammlerInnen anzusprechen, Galerien und KunstliebhaberInnen miteinander zu verbinden und nachhaltige Beziehungen aufzubauen", wie es in der Ankündigung heißt. Online gehen soll "vc_on" bereits am 17. September. Zusätzlich soll das neue Web-Magazin namens "on central east" das Interesse wecken.

Zu Gast sind unter anderem Galerien aus Bulgarien, Deutschland, Lettland, Irland, Polen, Rumänien, Slowenien oder Südkorea. Unter den mehr als 30 heimischen Galeristen finden sich Ernst Hilger, Krinzinger, die Galerie nächst St. Stephan, Rosemarie Schwarzwälder sowie die Klagenfurter Galerie3.

Timeslots für die Besucher

Auch in diesem Jahr wird es wieder kuratierte Sektionen auf der Messe geben. Die in Berlin und Wien lebende Kuratorin Cathrin Mayer zeigt in "Zone1" acht junge Positionen, die durch den Standort Österreich miteinander verbunden sind, der Prager Kurator Jen Kratochvil stellt in der Sektion "Video" eine Auswahl von Videoarbeiten vor, darunter das Film-Programm "Where Do We Find Ourselves... ". Zum zweiten Mal werden in der Sektion "Explorations" verschiedene Galerien aus Europa Werkpräsentationen künstlerischer Positionen der 60er und 70er Jahre zeigen. Darüber hinaus finden auch heuer die "ArtTech Talks" statt, in denen sich Francesca Gavin in Panels mit der unterschiedlichen Überschneidung von Technologie und kreativer Kultur befasst.

Um die Bestimmungen zu Veranstaltungen während der Corona-Pandemie einzuhalten, wurde ein Timeslot-System für die Besucher sowie ein Kontakt-Rückverfolgungssystem eingeführt. Für alle gilt die Maskenpflicht. "Kunst hat die Aufgabe, aktuelle gesellschaftliche Ereignisse zu reflektieren, weshalb man sich besonders auf die Galerien der südost- und osteuropäischen Länder freuen darf", heißt es von Johanna Chromik, Artistic Director der viennacontemporary. "Kunst ist eine gemeinsame Sprache von Individuen und Gesellschaften. Alle haben auf die Rückkehr des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens nach der Schließung gewartet", die Messe wolle "ein starkes Lebenszeichen der Kunst- und Kulturszene senden", zeigt sich auch Dmitry Aksenov, Vorsitzender der viennacontemporary, optimistisch. (apa)