Während alle Museen schließen mussten, bleiben die Galerien geöffnet. Geplante abendliche Eröffnungen gibt es zwar nicht, neue Ausstellungen sind aber (mit teils neuen Öffnungszeiten) zugänglich. Zu Recht, wie ein Sprecher von Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne)  bestätigte. Schließlich handle es sich beim Kunsthandel um Geschäftslokale. Somit gilt hier lediglich die Vorgabe, jedem Kunden zehn Quadratmeter Platz zu ermöglichen.

So startet die Wiener Galerie Konzett heute, Mittwoch, am späten Nachmittag mit der Eröffnung der Schau "Otto Muehl. Die Sünden der Väter". Für die Eröffnung werden Timeslots für 17 bis 18 Uhr, 18 bis 19 Uhr und 19 bis 20 Uhr (also bis zum Beginn der Ausgangssperre) vergeben, zudem herrscht Maskenpflicht. In weiterer Folge hält man Dienstag bis Freitag von 11 bis 18 Uhr und samstags von 11 bis 17 Uhr geöffnet (www.artkonzett.com).

Am Donnerstag eröffnet die Galerie Meyer Kainer zwischen 12 und 19 Uhr ihre neue Ausstellung mit Arbeiten von Heimo Zobernig (http://meyerkainer.com). Auch die Galerie Hilger startet am Donnerstag in ihrer Dependance in der Brotfabrik mit ihrer neuen Schau "Die sichtbare Wahrheit" mit Arbeiten aus der Klasse Jan Svenungsson der Universität für Angewandte Kunst Wien. "Diese Ausstellung ist bereits dem ersten Lockdown 'zum Opfer gefallen'", hieß es auf APA-Anfrage. "Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler verdienen sich, dass ihre Arbeiten sichtbar gemacht werden und wir dürfen sie so gut wir können, unterstützen." Hilger Next verfüge über 400 Quadratmeter, weshalb mit den neuen Regelungen 40 Personen zugleich in der Ausstellung sein können. Am Eröffnungstag hat man von 15 bis 19 Uhr geöffnet, danach donnerstags bis samstags von 12 bis 18 Uhr (www.hilger.at).

"Liebe Kunden, die Galerie ist nicht von der Schließung betroffen und wir sind unter Wahrung der Covid-19-Auflagen weiterhin für Sie da", heißt es auch auf der Website der Galerie Gans. Dort hat man sich zu zwei Eröffnungs-Tagen am Freitag (15 bis 19 Uhr) und Samstag (12 bis 16 Uhr) entschieden. Gezeigt werden unter dem Titel "Urbane Residenzen" Werke von Moni K. Huber, Hein Spellmann und Tobias Stutz. Regulär geöffnet hat die Galerie in Wien-Neubau dann mittwochs bis freitags von 12 bis 18 Uhr und samstags von Samstag 12 bis 15 Uhr (www.galerie-gans.at). Ab Samstag erzählt dann Hans Weigand in der Galerie Senn "Tales from the End of the Road", die Schau wird am Nachmittag (11 bis 16 Uhr) eröffnet. "Wir sind natürlich Unternehmen (Handel) und erfüllen zugleich sehr gerne einen wichtigen Bildungsauftrag", hießt es seitens der Galerie, die darauf verwies, dass in Wien 10.000 Quadratmeter Galerien-Fläche zur Verfügung stehen (www.galeriesenn.at).

Vienna Art Week im virtuellen Raum

"Wir sind kein Museum - Wir sind ein Geschäft": Mit diesem Betreff wirbt die Brunnhofer Galerie für die am Sonntag (14 bis 18 Uhr) eröffnende Schau von Anton Petz mit dem Titel "Ornament der Masse". Danach ist die Ausstellung dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr geöffnet, Anmeldung ist erwünscht (www.brunnhofer.at). Die dann von 13. bis 20. November geplante Vienna Art Week, an deren Programm auch zahlreiche Museen hätten teilnehmen sollen, wird zwar stattfinden, aber in den virtuellen Raum verlegt: "Auch wenn die jüngsten Maßnahmen gegen die Covid-19-Krise nun in Kraft treten, möchte die Vienna Art Week ein entschlossenes Lebenszeichen für die Kunst in der Stadt setzen." (www.viennaartweek.at)

KHM-Generaldirektorin Sabine Haag, deren Häuser sowie alle anderen Museen bis Ende November geschlossen sein müssen, begrüßte den Umstand auf APA-Anfrage. Es sei wichtig, dass es nach wie vor Orte gebe, an denen Kunst auch während des Lockdowns erlebt werde könne. Außerdem gebe die Öffnung der Galerien zeitgenössischen Künstlern die Möglichkeit, ihre Werke zu verkaufen, das sei gerade jetzt besonders wichtig. Generell solle sich die Kultur in Zeiten wie diesen nicht "auseinander dividieren" lassen und gemeinsam die schwierige Zeit durchstehen.

Kunst- und Kulturstaatssekretärin Mayer betonte, dass man "bis zuletzt mit viel Herzblut für die Interessen des Kulturbereichs gekämpft" habe. Leider sei man aufgrund des dramatischen Anstiegs der Infektionszahlen seit Anfang Oktober "aber an einen Punkt angelangt, an dem die Gesundheit Vorrang haben muss. Es ist schmerzlich, aber bedauerlicherweise aktuell notwendig." Während Kinos, Theater, Konzerthäuser und Museen geschlossen haben, dürfen neben Bibliotheken aufgrund des offenen Handels u.a. auch Buchhandlungen, Fachgeschäfte für Künstlerbedarf oder der Musikfachhandel weiterhin offenhalten. Es sind jedoch keine geplanten Veranstaltungen, wie etwa Vernissagen, Lesungen oder die Ausschank von Getränken und Speisen erlaubt. (apa)