Ein gigantisches Genital – genauer gesagt: eine Land-Art-Skulptur in Form einer Vulva – hat in Brasilien heftige Reaktionen ausgelöst. Neben Lob und Bewunderung häuften sich in den Sozialen Medien auch tadelnde und beleidigende Äußerungen gegenüber der Künstlerin Juliana Notari. Viele stammten offensichtlich von Anhängern des Präsidenten Jair Bolsonaro. Olavo de Carvalho, der als Guru des Staatsoberhaupts gilt, schlug auf Twitter vor, das provokante Rasenstück mit einem riesigen Penis zu konfrontieren.

"In 'Diva' nutze ich die Kunst für einen Dialog mit Themen, die sich auf die Problematisierung von Geschlecht aus einer weiblichen Perspektive beziehen", schrieb die brasilianische Künstlerin Juliana Notari bei der Präsentation ihrer 33 Meter langen Arbeit im Bundesstaat Pernambuco. "Diese Fragen werden heute immer dringlicher."

Bolsonaro hat in der Vergangenheit mit seinen Äußerungen über Frauen immer wieder für Empörung gesorgt und sich gegen Kunst positioniert, die er für links hält. Brasilianische Filme etwa wurden bei der Berlinale 2020 erstmals nicht von der staatlichen Filmagentur Ancine unterstützt. Im Jahr zuvor hatte Bolsonaro deren Abschaffung erwogen. (apa)