Mit Terminen war Wien-Museum-Direktor Matti Bunzl bei der Jahrespressekonferenz am Mittwoch eher sehr sparsam. In "volatilen" Pandemiezeiten mache es wenig Sinn, konkrete Eröffnungstermine von Ausstellungen zu verkünden. Planungssicherheit ist dieser Tage der größte Luxus, über den Kulturmanager einfach nicht verfügen. Aber ein Datum gab es dann doch: Am Bauzaun des Wien Museums am Karlsplatz wird ab 11. Februar eine neue Fotoausstellung präsentiert: "Almost. Wiener Weltreisen". Sie zeigt Bilder von Wiener Orten, die an internationale Plätze erinnern.

Ausstellungen im Ausweichquartier MUSA, das für die Zeit des Umbaus des Wien Museums bezogen wurde, widmen sich heuer zum einen der Straßenfotografie in Wien. Das Wien Museum verfügt über eine große Fotosammlung, auch aus diesem Genre, das laut Bunzl die Fotografie "von ihren Anfängen bis zur Gegenwart begleitet". Zu sehen werden auch Bilder von Österreichs wichtigsten Fotografen sein: Franz Hubmann, Erich Lessing, Barbara Pflaum, Edith Tudor-Hart und andere. Die Schau soll im Frühjahr oder Sommer stattfinden.

Sieht aus wie Asunción, ist aber Wien-Meidling: eine Fotoserie, entstanden im ersten Lockdown 2020. - © Wojciech Czaja
Sieht aus wie Asunción, ist aber Wien-Meidling: eine Fotoserie, entstanden im ersten Lockdown 2020. - © Wojciech Czaja

Eine zweite Ausstellung dreht sich um NS-Kulturpolitik in Wien und soll neben der Frage, wie mit Nazikunst, die auch in den Depots des Wien Museums lagert, umzugehen ist, auch Oswald Haerdtl, den Architekt des Wien Museums, näher beleuchten. Er war zwar kein formelles Mitglied der NSDAP, aber, so Bunzl "ein Mitläufer, der versuchte, machtnahe Projekte zu lukrieren".

Umbau im Zeitplan

Ein großes Projekt dieses Jahres ist die Feinkonzeption der neuen Dauerausstellung, die in das umgebaute Wien Museum einziehen soll - inklusive Donnerbrunnen und sechs Meter hohem Stephansdom-Modell. Die Bauarbeiten sind derzeit im Zeit- und Kostenplan.

Wann wieder aufgesperrt werden kann, ist von Standort zu Standort unterschiedlich: Im MUSA oder in der Hermesvilla können Abstandsregeln leichter eingehalten werden als etwa in den Komponistenwohnungen oder bei den Neidhartfresken, so Bunzl.(cb)