Über im vergangenen Jahr hinzugekommene Schenkungen und Dauerleihgaben kann sich das Belvedere freuen. Wie das Museum mitteilte, zählt dazu die mit knapp 800 Objekten umfangreichste Schenkung in der jüngeren Geschichte des Belvedere durch das Ehepaar Ingeborg und Wolfgang Maurer. Ausgewählte Stücke der "eindrucksvollen Neuzugänge" sollen ab der Wiedereröffnung der Museen in der Schausammlung des Oberen Belvedere zu sehen sein.

Schwerpunkt Barock

Ein Schwerpunkt der Schenkung des Ehepaars Maurer - sie umfasst unter anderem 174 Gemälde, 61 Miniaturen, 375 Zeichnungen, zudem Skulpturen, Uhren, Prunk- und Sportwaffen sowie Möbel - liegt auf dem Barock mit Arbeiten von Martin Johann Schmidt (Kremser Schmidt) und Johann Carl von Reslfeld. Daraus will das Museum ab der Wiedereröffnung das Gemälde "Der gekreuzigte Jesus" und sieben biblische Szenen von Reslfeld zeigen.

Eine Dauerleihgabe aus der Sammlung Carl Laszlo, ein ungarisch-schweizerischer Kunsthändler, Sammler, Psychoanalytiker, Autor und Holocaust-Überlebender, zum ungarischen Konstruktivismus vertieft und erweitert den Forschungsschwerpunkt des Belvedere zum Kulturraum Zentraleuropa. Die von Laszlos Erben Silard Isaak Sipos dem Museum zur Verfügung gestellten Arbeiten kommen von Künstlern wie László Moholy-Nagy, Anna Lesznai, Etienne Beothy, Lajos Kassák, Józef Csáky oder Sándor Bortnyik.

Zwei Landschaftsansichten von Herbert Brandl

Aus Privatbesitz erhält das Belvedere das vom einzigen österreichischen Mitglied der Pariser Surrealisten, Wolfgang Paalen, geschaffene Regenschirmobjekt aus Naturschwamm "Nuage articulé II" als Dauerleihgabe. Es ist seit Beginn des Jahres im Raum zur surrealen Sachlichkeit im Oberen Belvedere ausgestellt. Anlässlich der Ausstellung "Herbert Brandl. Exposed to Painting. Die letzten zwanzig Jahre", die Anfang vergangenen Jahres eröffnet wurde, überließ der Künstler dem Museum zwei seiner großformatigen Landschaftsansichten.

"Die Neuzugänge ergänzen unsere Bestände hervorragend, tragen unseren Forschungsschwerpunkten wie dem Kulturraum Zentraleuropa Rechnung und erweitern die Dauerausstellung um einige ganz herausragende Werke", erklärte Generaldirektorin Stella Rollig in einer Aussendung. (apa)