Wien um die Jahrhundertwende - eine Hochzeit für Malerei und Skulptur,  Musik und Literatur. Das Who is Who der Wiener Moderne  von Gustav Klimt bis Stefan Zweig - traf sich in  Berta Zuckerkandls Salon. 1905 malte Carl Moll die Grande Dame, ihr Bild war mehr als 100 Jahre öffentlich nicht zu sehen und wurde nun in den USA zu einem Rekordpreis von netto vier Millionen Dollar versteigert.

Carl Molls "Weißes Interieur" zeigte Berta Zuckerkandl von hinten in ihrer Wohnung in der Nusswaldgasse, Inneneinrichtung und Bekleidung folgt ganz dem Geschmack der Wiener Moderne. - © Freemans
Carl Molls "Weißes Interieur" zeigte Berta Zuckerkandl von hinten in ihrer Wohnung in der Nusswaldgasse, Inneneinrichtung und Bekleidung folgt ganz dem Geschmack der Wiener Moderne. - © Freemans

Seit mehr als einem Jahrhundert befand sich Carl Molls "Weißes Interieur" im Familienbesitz der Nachfahren von Berta Zuckerkandl, die im Bild vom Betrachter abgewandt dargestellt ist. 1905 gemalt, wurde es nur wenige Male ausgestellt und blieb der Öffentlichkeit verborgen. Allein deswegen war die  Auktion bei Freeman’s in Philadelphia eine Sensation.

Der Schätzwert belief sich auf 300.000 Dollar, was bisherige Preise von Carl Molls Bildern weit überstieg, doch selbst diese hoch angesetzte Summe wurde in der Auktion mehr als verzehnfacht.  4,756 Millionen Dollar brachte das Bild schließlich inklusive Aufgeld ein, ein Rekord für den Wiener Künstler und das amerikanische Auktionshaus. Der Käufer bleibt vorerst anonym, auf Nachfrage heißt es beim Auktionshaus, dass das Werk möglicherweise bald in der Neuen Galerie in New York zu sehen sein werde, dem Privatmuseum des Kosmetikkonzern-Erben Ronald Lauder. (red)