Der Maler und Bildhauer Anton Thuswaldner ist am Dienstag in seinem Haus im Salzburger Kaprun gestorben. Das berichteten die "Salzburger Nachrichten" am Donnerstag. Der in Klagenfurt geborene Künstler wäre im Juli 92 Jahre alt geworden. Mit seinem Schaffen sorgte er mitunter für heftige Diskussion. Vor allem die Verhüllung des Mozart-Denkmals in der Stadt Salzburg mit 700 Einkaufswagen wurde zum großen Aufreger des Mozartjahres 1991 - dem 200. Todestag des Komponisten.

Der Künstler Anton Thuswaldner liebte die Provokation. - © Anton Thuswaldner
Der Künstler Anton Thuswaldner liebte die Provokation. - © Anton Thuswaldner

Erneut für Unmut sorgte drei Jahre später ein Stein mit einem Zahlencode, den Thuswaldner auf dem Kapitelplatz hinter dem Salzburger Dom aufstellen durfte. Nach dem Schüler den Code entziffern konnten - die verpackte Botschaft lautete schlicht und ergreifend "Arschlöcher" - wurde der Stein wieder entfernt.

Anton Thuswaldner absolvierte in Hallein bei Jakob Adlhart und danach in Ehrwald in der Privatschule Fritz Behn die Bildhauer-Lehre. Ab 1954 war er bei den Tauernkraftwerken Kaprun beschäftigt. Seit den 1980er-Jahren war der Künstler auch international tätig, unter anderem in Venedig, Bonn, Tokio und den USA, wo er 1994 in Savannah (Georgia) ein Protestanten-Denkmal errichtete. 2007 schuf er in Havanna ein Mozart-Denkmal.