Gerda Ridler ist am Montag als neue künstlerische Direktorin der Landesgalerie NÖ in Krems vorgestellt worden. Sie folgt auf Gründungsdirektor Christian Bauer, der das Haus vor weniger als zwei Jahren eröffnete. Wie Eva Engelberger, operative Geschäftsführerin der Kunstmeile Krems Betriebs GmbH, gegenüber der APA betont, handle es sich bei der Neuausschreibung und nunmehrigen Neubestellung "um keinen Akt der Unzufriedenheit, sondern einen Akt der Weiterentwicklung".

Christian Bauer sei ein "angesehener Museumsmanager mit guter Expertise", der sich auch durch hervorragende Anbindung an Privatsammlungen auszeichne. Er sei 2015 als Gründungsdirektor nominiert worden, um "den Bau und die Werdung" der Landesgalerie zu übernehmen. Dies habe er "bravourös und zur Zufriedenheit aller" absolviert. Dass die tatsächliche Zeit der geöffneten Landesgalerie aufgrund von Verzögerungen beim Bau sowie die Corona-bedingte Schließzeit sehr kurz gewesen sei, sei eine "unglückliche Note", so Engelberger. Die Besucherzahlen (vor Corona) hätten sich jedenfalls "sehr gut" entwickelt, der "Standort als solcher hat sich als Kunstmeile sehr stark neu formiert".

An die Zukunft denken

Nunmehr müsse man aber "sehr stark in die Zukunft denken und fragen, ob sich Konzepte einlösen und die Prämisse, langfristig 70.000 Besucher pro Jahr anzuziehen, machbar ist, oder wir die Konzepte anpassen müssen", so Engelberger. Daher habe man sich für eine Neuausschreibung entschieden. Bauer sei "natürlich eingeladen gewesen, sich zu bewerben". Man habe sich "eingehend unterhalten, wohin die Reise gehen soll". Das Findungsgremium habe "gewisse Konzepte und Visionen abgewägt und sich schließlich für Gerda Ridler entschieden. Sie ist den Herausforderungen am besten gewachsen", unterstreicht Engelberger.

Gerda Ridler leitet die Landesgalerie NÖ - © APA I Alexandra Bruckbäck
Gerda Ridler leitet die Landesgalerie NÖ - © APA I Alexandra Bruckbäck

Die programmatische Ausrichtung der neuen Leitung wollte Engelberger nicht vorwegnehmen, diese habe sich allerdings "ganz stark aus der Ausschreibung ergeben". Einer der primären Punkte sei die Auseinandersetzung mit den Sammlungen des Landes Niederösterreich gewesen. Dieser Sammlung bedürfe es eine "starke Zuwendung". Daher wolle man künftig mit jemandem arbeiten, "der viel Erfahrung hat, eine Landessammlung zu inkorporieren". "Es war eines der Hauptkriterien, mit welchen innovativen Methoden man hier nicht nur verstärkt Arbeiten der Sammlung herbringen kann, sondern es auch zu einem runden Ganzen zu machen", betont Engelberger. "Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Verankerung der Landesgalerie Niederösterreich im regionalen und überregionalen Umfeld, die dem niederösterreichischen Kunstschaffen bei gleichzeitiger Steigerung der überregionalen Strahlkraft gerecht wird." Die programmatische Identität des Hauses solle weiter gestärkt werden.

Bauer selbst wollte sich gegenüber der APA nicht dazu äußern, ob er sich beworben hat. "Ich durfte die Errichtung eines großartigen Museums begleiten. Die Gründungsphase dieses wunderbaren Hauses hat mir riesige Freude bereitet und wird immer ein Höhepunkt in meinem beruflichen Wirken bleiben. Das war ein Geschenk, für das ich dem Land Niederösterreich zu großem Dank verpflichtet bin." (apa)