Was gestern als selbstverständlich galt, kann das schreiende Unrecht von heute sein. Ein Beispiel dafür sind die Kunstdiebstähle von Benin: Die Kolonialherren, vor allem britische Truppen im Jahr 1897, plünderten die Güter von Benin-Stadt; danach verteilten sich die Objekte über die westliche Welt. Auch das Weltmuseum Wien zählt Bronzen und Elfenbeinarbeiten aus dem westafrikanischen Land zu seinen Highlights.

Seit 2010 bemüht sich die Benin Dialogue Group um Gerechtigkeit: Die Initiative vereinigt Museen aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, den Niederlanden und Schweden mit nigerianischen Partnern und Vertretern des Königshofs von Benin. Im Ringen um Rückgaben scheint nun ein Teilerfolg geglückt zu sein: Die Pläne für das Edo Museum of West African Arts in Benin City, hieß es in einer Aussendung am Freitag, hätten sich erfreulich konkretisiert. Der Bau soll bis 2024 abgeschlossen sein und die Kunstwerke beheimaten. Auch der deutsche Außenminister Heiko Maas hat sich für die Sache starkgemacht: "Zu einem aufrichtigen Umgang mit Kolonialgeschichte gehört auch die Frage der Rückgabe von Kulturgütern." Die Debatte hat durch eine geplante Schau im Berliner Humboldt Forum wieder Fahrt aufgenommen. Experten mahnen zur Besonnenheit: Die Rückgabe dürfe kein Akt reiner Symbolpolitik sein, sondern müsse von Experten detailliert ausgearbeitet werden.(irr)