Eine sprichwörtliche Leiter zum Himmel gibt es ab dem Osterwochenende im und am Wiener Stephansdom zu bewundern: Dann startet nämlich die Kunstinstallation "Himmelsleiter" von Billi Thanner, die eine ebensolche über der Taufkapelle durch das Gewölbe bis knapp unter die Spitze des Südturms wachsen lässt. Am Mittwochabend wurde das Vorhaben präsentiert.

Die Wiener Künstlerin Thanner hat ihre Installation, die in Neongold erstrahlen wird, auf Einladung von Dompfarrer Toni Faber konzipiert. Die Himmelsleiter, auch Jakobsleiter genannt, "symbolisiert den Auf- und Abstieg zwischen Himmel und Erde" und basiert auf einer biblischen Erzählung aus dem Alten Testament, wie es in der Ankündigung zum Projekt heißt. Ihre Symbolkraft darf die Himmelsleiter bis 31. Mai ausstrahlen, bis dahin soll sie ab dem Osterwochenende jede Nacht leuchten.

Die Himmelsleiter über der Taufkapelle im Stephansdom. - Jenni Koller, © Bildrecht Wien, 2021
Die Himmelsleiter über der Taufkapelle im Stephansdom. - Jenni Koller, © Bildrecht Wien, 2021

Himmelsleiter als Sinnleiter

"Der Mensch geht oft in vielerlei Weise über sich hinaus und jedes Mal erfüllt er dabei sein eigentliches Leben mit Sinn", wird Thanner zur Bedeutung ihres Werks zitiert. "Die Himmelsleiter als Sinnleiter, so oft bis wir erkennen, dass die unterste Sprosse gleich ist wie die Oberste. Für mich bedeutet das, dass wir das Leben auf verschiedenen Ebenen und Rängen leben."

Neben dem Probelauf für die Beleuchtung, die dann offiziell vor dem Beginn der Osternachtfeier im Stephansdom am Karsamstag um 21 Uhr startet, fand auch  die Performance "Die 33 Tugenden" statt. Dabei ging es um Begriffe wie Achtsamkeit, Bescheidenheit, Geduld, Mut oder Weltoffenheit. (apa)