Der brasilianische Architekt und Stadtplaner Jaime Lerner ist im Alter von 83 Jahren in Curitiba gestorben. Dies gab das Evangelische Universitätskrankenhaus Mackenzie in der südbrasilianischen Stadt in einer Mitteilung am Donnerstag bekannt.

Der Sohn jüdisch-polnischer Einwanderer gilt als Vater der "grünen Stadt" Curitiba. Der Architekt setzte statt auf U-Bahnen auf Metrobusse - ein Modell, das Städten wie Bogotá und Seoul als Vorbild diente. Ein weiterer Fokus lag auf dem Ausbau und der Pflege von Parks. Der botanische Garten mit dem Art-nouveau-Gewächshaus ist eine der Hauptattraktionen und das Symbol Curitibas.

Innovativste Stadt der Welt

Unter anderem durch ihr effizientes öffentliches Transportsystem und eine nachhaltige Stadtentwicklung sind Lerner und Curitiba seit den 1970er Jahren international bekannt. 1996 wurde die Stadt auf dem Kongress der Stadtplaner in Istanbul zur innovativsten Stadt der Welt gekürt, 2010 bekam sie für ihre nachhaltige, ganzheitliche Stadtentwicklung in Schweden den "Globe Sustainable City Award". Auch heute noch dient sie als Forschungsgegenstand im Zusammenhang mit klimafreundlicher Mobilität.

Lerner, der mehrere Male Bürgermeister von Curitiba und Gouverneur des Bundesstaates Paraná gewesen war, setzte auf das "integrierte Leben", wie er es im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur nannte: Familie und Arbeit, Mobilität und Freizeit sollen möglichst nah beieinander sein. "Je integrierter, desto besser", betonte er. (apa)