Sechs Empfehlungen für die Retournierung von Objekten an ihre rechtmäßigen Besitzer hat am Dienstag der österreichische Kunstrückgabebeirat in seiner mittlerweile 97. Sitzung beschlossen. Betroffen davon sind das Kunsthistorische (KHM) wie das Naturhistorische Museum (NHM), das MAK, das Heeresgeschichtliche Museum sowie die Nationalbibliothek.

So soll das NHM die 846 Objekte umfassende geologische Sammlung von Georg Rosenberg zurückgeben, der diese vor seiner Flucht vor den Nazis 1938 dem Haus geschenkt hatte. Beim MAK sind es zwei Silberleuchter aus dem Eigentum von Alfred Kirchenberger, die der damalige Arzt 1938 nach seiner Zwangspensionierung im Dorotheum abgeliefert hatte, von wo aus sie in den Vorläufer des MAK gelangten.

Rückgabe aus dem Volkskundemuseum

Selbiges gilt für über 70 Gegenstände, die der Rechtsanwalt Siegfried Fuchs 1940 an das Heeresgeschichtliche Museum verkaufte, um seine Flucht nach Shanghai zu finanzieren. Die Nationalbibliothek muss unter der NS-Herrschaft entzogene Bücher der Kategorie Judaica retournieren, und auch in der Bibliothek des KHM wurden 61 Bücher des Kunsthistorikers Ernst Kris identifiziert, die nun ebenfalls zurückzugeben sind.

Neben diesen bindenden Empfehlungen sprach sich der Kunstrückgabebeirat auch auf Bitte des hinter dem Wiener Volkskundemuseum stehenden Vereins für Volkskunde für eine Rückgabe aus dem Bestand des Hauses aus. Hierbei handelt es sich um insgesamt 174 Fotoobjekte, die aus der 1938 beschlagnamten Sammlung von Anna Mautner stammen. (apa)